Facebook will Youtube und Netflix Konkurrenz machen

Das soziale Netzwerk Facebook expandiert massiv im Werbegeschäft über mobile Geräte und will kräftig in Videos investieren.

 Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Video-Pläne
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 Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Video-Pläne
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Video-Pläne – AFP (MANDEL NGAN)

Facebook ist dank eines starken Werbegeschäfts im vergangenen Quartal überraschend kräftig gewachsen. Für 2017 blieb das weltgrößte soziale Netzwerk aber bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse langsamer zulegen würden. Zudem kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten höhere Ausgaben im laufenden Jahr an. Er will vor allem kräftig in Videos investieren.

Im vierten Quartal zu Ende Dezember sei der Umsatz um mehr als 50 Prozent auf 8,81 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Facebook nach US-Börsenschluss mit. Die Werbeerlöse übertrafen mit 8,63 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen, die bei 8,31 Milliarden lagen.

Der Konzern expandiert massiv im Werbegeschäft über mobile Geräte. Bereits im November hatte das Management aber von einer Verlangsamung des Wachstums gewarnt, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne. "Wir erwarten weiterhin, dass sich das Wachstum unserer Werbeerlöse im Jahr 2017 deutlich verlangsamen wird", erklärte Facebook nun in einer Telefonkonferenz.

Doch der aktuelle Quartalsbericht dürfte entsprechende Befürchtungen dämpfen. Der Anteil der Werbeumsätze über mobile Geräte stieg im abgelaufenen Vierteljahr auf 84 Prozent von 80 Prozent vor einem Jahr. Der Konzerngewinn schoss um 128 Prozent nach oben auf 3,56 Milliarden Dollar.

Auch Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities rechnet in diesem Jahr mit einer geringeren Wachstumsrate beim Umsatz. "Aber sie wird sehr hoch bleiben", sagte er. "Sie sind 2016 um 57 Prozent gewachsen, und unser gegenwärtiges Modell legt beim Umsatz ein Plus von 'nur' 38 Prozent im Jahr 2017 zugrunde. Das ist noch immer ziemlich beeindruckend."

Konkurrenz für YouTube

Für seine Video-Offensive will Facebook-Chef Zuckerberg auch mehr Personal einstellen. Der Fokus werde auf der Entwicklung kurzer Original-Videos liegen, sagte er. Damit könnte Facebook nicht nur der Videoplattform YouTube der Google-Mutter Alphabet Konkurrenz machen. Auch der Online-Videothek Netflix könnte dadurch ein Wettbewerber erwachsen.

Eine Niederlage erfuhr Facebook allerdings im Streit über die Entwicklung der Virtual-Reality-Brille bei der Tochter Oculus. Ein Gericht in Texas ordnete an, dass Facebook 500 Millionen Dollar an die Spielefirma ZeniMax Media zahlen muss. Diese hatte Klage eingereicht und erklärt, Facebook habe für die Entwicklung der Oculus-Brille eine ZeniMax-Technologie genutzt. Facebook hat diesen Vorwurf zurückgewiesen. Der von Zuckerberg gegründete Konzern hatte Oculus 2014 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft.

(Reuters)

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