Johnson & Johnson bringt Actelion-Übernahme auf den Weg

Der US-Konzern Johnson & Johnson macht Ernst mit der 30 Milliarden Dollarschweren Übernahme von Europas größter Biotech-Firma Actelion.

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AFP (MICHAEL BUHOLZER)

Der Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson aus New Jersey veröffentlichte am Donnerstag das formelle Kaufangebot für den Schweizer Hersteller von Lungenmedikamenten Actelion. Die Angebotsfrist laufe vom 3. bis zum 30. März, könne aber um bis zu 40 Handelstage verlängert werden. Wie bereits Ende Jänner angekündigt, offeriert J&J 280 Dollar je Actelion-Aktie.

Im Zuge der Transaktion soll Actelions Forschung in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und an die Schweizer Börse SIX gebracht werden. Unmittelbar vor dem bis Mitte des Jahres angepeilten Vollzug der Übernahme von Actelion sollen die Aktionäre Anteile dieser R&D NewCo genannten Firma erhalten. Den Wert des R&D NewCo-Anteils bezifferte ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger auf knapp zehn Franken, sodass sich der Gesamtwert des Offerts auf rund 290 Franken belaufe. Der Aktienkurs dürfte sich allmählich dieser Marke annähern, prognostizierte sie. Die Actelion-Titel notierten am Donnerstag mit 270 Franken. Falls das Angebot entgegen der Schätzung der meisten Experten doch noch scheitert, müssen die Schweizer eine Entschädigung von 500 Mio. Dollar auf den Tisch legen.

Der Angebotsprospekt bringt auch Licht in die Vorgeschichte der größten Pharma-Übernahme in Europa seit 13 Jahren. Nachdem Actelion-Chef Jean-Paul Clozel bereits im Jänner 2016 mit JNJ-Vertretern Gespräche aufgenommen hatte, legten die Amerikaner im September ein unverbindliches Angebot vor. Im Dezember bekundete dann auch die im Prospekt als "Unternehmen A" bezeichnete Gesellschaft Interesse. Dabei handelt es sich Insidern zufolge um die französische Sanofi.

Die Franzosen überboten J&J vorerst, machten dann aber einen Rückzieher und legten ein ungefähr ebenbürtiges Angebot vor. Actelion habe schließlich den Amerikanern den Vorzug gegeben, weil ihre Vorbereitungsarbeiten schon viel weiter gediehen waren und damit mehr Sicherheit boten, dass es auch zu einer Transaktion komme. Unter Investoren sorgt das erneute Scheitern von Sanofi-Chef Olivier Brandicourt zunehmend für Unmut, nachdem er sich bereits im Rennen um den US-Krebsspezialisten Medivation geschlagen geben musste.

(Reuters)

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