Deutsche-Bank-Aktionäre für zweite Amtszeit von Achleitner

Der Aufsichtsratschef wurde mit 93,51 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Sonderprüfungen für den Libor-Skandal und die Geldwäsche-Affäre in Russland lehnte die Hauptversammlung ab.

18 05 2017 Frankfurt DEU Hauptversammlung Deutsche Bank AG Paul Achleitner Vorsitzender des Auf
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18 05 2017 Frankfurt DEU Hauptversammlung Deutsche Bank AG Paul Achleitner Vorsitzender des Auf
Paul Achleitner – imago/Hannelore Förster

Paul Achleitner bleibt für weitere fünf Jahre Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Die Aktionäre wählten ihn bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt mit 93,51 Prozent der anwesenden Stimmen erneut in den Aufsichtsrat - diesem soll der Österreicher für eine zweite Amtszeit vorstehen. Achleitner hatte den Posten im Juni 2012 übernommen.

Damals hatte er bei seiner Wahl in den Aufsichtsrat 98,57 Prozent der Stimmen bekommen. Achleitner hatte sich bei dem Aktionärstreffen teils heftige Kritik anhören müssen. Dem Chefkontrolleur war zuvor wiederholt vorgeworfen worden, zu lange an der glücklosen Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen festgehalten zu haben. Erst im Sommer 2015 hatte der Aufsichtsrat die Reißleine gezogen, installierte John Cryan als neuen starken Mann an der Konzernspitze und trieb die Aufarbeitung der juristischen Altlasten voran.

Keine Sonderprüfungen

Zwei der größten Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank werden nicht noch einmal von externen Sonderprüfern durchleuchtet. Eine Aktionärin scheiterte auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt mit entsprechenden Anträgen, obwohl sie die Unterstützung der einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis hatte. Die Niederlage fiel deutlich aus: Gegen die drei Anträge stimmten jeweils mehr als 74 Prozent des Kapitals.

In den Anträgen ging es um den Skandal um manipulierte Zinsen (Libor) und die Geldwäsche-Affäre in Russland. In beiden Fällen hat die Deutsche Bank Strafen an die Aufsichtsbehörden gezahlt. Die kritische Aktionärin Marita Lampatz monierte aber mangelnde Transparenz bei den internen Ermittlungen. Sie wollte untersuchen lassen, ob die Bank im Zinsskandal eine höhere Strafe bezahlen musste, weil Vorstand und Aufsichtsrat mit den Aufsichtsbehörden nicht ordentlich zusammengearbeitet haben. Denn der Abschlussbericht insbesondere der britischen Aufseher fiel vernichtend aus.

Vorstandschef John Cryan hatte wenig Verständnis für die Forderung gezeigt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass weitere Prüfungen derselben Vorgänge wesentliche neue Erkenntnisse bringen", hatte er gesagt. Auch einige wichtige Großinvestoren wünschen sich nach eigenem Bekunden, dass die Deutsche Bank nun nach vorne und nicht mehr nach hinten schaut.

(APA/dpa/Reuters)

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