Leica steigt vom Podest herab

Der deutsche Luxus-Kamerahersteller leiht seinen Namen Smartphones und Polaroidkameras „made in China“. Im Massenmarkt verortet sich das Unternehmen aber nicht.

An employee of German camera manufacturer Leica checks a 50mm Noctilux M lens at the Leica production site in Solms
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An employee of German camera manufacturer Leica checks a 50mm Noctilux M lens at the Leica production site in Solms
Die Linse der Premium-Kamera Leica M kommt aus Hessen, die der Handykamera aus Taiwan. – REUTERS

Leica-Eigentümer Andreas Kaufmann war kürzlich auf einem Konzert von Popsänger Jamie Cullum. Er, der die Kamera mit dem roten Punkt überall als fotografisches Tagebuch und Visitenkarte mit sich führt, zückte ausnahmsweise das Smartphone aus dem chinesischen Huawei-Werk und schoss Fotos vom Auftritt. Mehrere tausende Euro und Kilometer liegen zwischen den Produktionsstätten und den Geräten – dennoch prangt auf beiden der Name der Wetzlaer Traditionsmarke. Für die deutschen Präzisionsgeräte zahlen Liebhaber bis zu 20.000 Euro. Der Preis ergibt sich aus der Kleinserienproduktion und der Entwicklungsarbeit, sagt Kaufmann. „Das kann aber nur einer sehen, der sich über die Niederungen der einfachen Handyfotografie erhoben hat.“ 2016 hat sich Kaufmann aber in ebendiese Niederung begeben.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2017)

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