OMV förderte mehr Öl, leidet aber am niedrigen Ölpreis

Die österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat die Gesamtproduktion im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern können. Die Ölpreise sind allerdings seit Jahresbeginn gesunken.

Watering cans are palced in front of the logo of Austrian energy group OMV at a gas station in Vienna
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Die Produktion bei der OMV läuft auf Hochtouren, der Ölpreis ist seit Jahresbeginn aber gesunken. – REUTERS

Wien. Der heimische Öl- und Gaskonzern OMV hat im zweiten Quartal seine Produktion weiter gesteigert, allerdings sind die durchschnittlich realisierten Ölpreise gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr gesunken. Die Raffineriemargen waren spürbar besser. Die geplante Generalüberholung in Schwechat dauerte einige Tage länger und kostete daher auch etwas mehr, teilte die OMV am Freitag mit.

Die Gesamtproduktion des OMV-Konzerns lag im Zeitraum April bis Juni im Schnitt bei 339.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag, etwas mehr als im Vorquartal (335.000 boe/d) und deutlich mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (316.000 boe/d). Von der Gesamtmenge entfielen 181.000 boe/d auf Öl und NGL, 157.000 boe/d auf Erdgas. Die rumänische Petrom steuerte 169.000 boe/d zum Gesamtvolumen bei.

Die gesamte Verkaufsmenge der OMV stagnierte in Q2 gegenüber dem Vorquartal bei 28,5 Mio. boe, lag aber merklich über dem Vorjahresvergleich (26,4 Mio. boe). Der im Schnitt realisierte Rohölpreis freilich lag mit diesmal 46,0 Dollar pro Fass zwar über dem Vorjahresquartal (38,70 Dollar/Barrel), aber unter dem Niveau des ersten Vierteljahres 2017 (50,4 Dollar/Barrel), wie der Konzern in seinem Quartalszwischenbericht (Trading Statement) bekannt gab.

Petrom steuert knapp 50 Prozent des Volumens bei

Besser stellte sich die OMV-Referenz-Raffineriemarge dar: Sie erhöhte sich zuletzt im Quartalsabstand von 5,42 auf 6,03 Dollar je Fass - ein Jahr davor hatte sie bei nur 4,67 Dollar gelegen. Die separat ausgewiesene Petrom-Referenz-Marge legte von 7,58 auf 8,51 Dollar zu; Vorjahr 6,82 Dollar.

Der Raffinerie-Auslastungsgrad im Konzern lag diesmal bei lediglich 77 Prozent (nach 96 Prozent sowohl in Q1 als auch in Q4 2016, wobei es von April bis Juni 2016 sogar nur 72 Prozent gewesen waren. Bei der Petrom war die Auslastung mit 94 Prozent (nach 95 in Q1 bzw. 68 vor einem Jahr) unverändert hoch.

Die gesamte Raffinerieprodukte-Verkaufsmenge lag bei 6,94 Mio. t, leicht über dem Vorquartal, aber unter dem Vorjahresvergleichswert. Erdgas wurde mit 25,97 TWh weniger als im Vorquartal bzw. mehr als voriges Jahr verkauft. Die Retail-Margen stiegen in Q2 verglichen mit dem Vorquartal. Die Commercial-Margen blieben dagegen im Quartalsabstand unverändert.

Die planmäßige Generalüberholung der kraftstoffproduzierenden und der petrochemischen Anlagen in der Raffinerie Schwechat bei Wien dauerte laut Mitteilung um einige Tage länger - und kostete mehr: Das CCS operative Ergebnis vor Sondereffekten sei dadurch im 2. Quartal verglichen mit dem vorhergehenden Vierteljahr "um etwas mehr als die erwarteten 80 Mio. Euro beeinflusst" worden. Ihre gesamten Ergebnisse für das 2. Quartal will die OMV am 10. August veröffentlichen.

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