Easyjet-Chefin geht

In der Vorwoche beantragte Easyjet in Österreich eine EU-Lizenz, nun geht die Unternehmenschefin.

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Easyjet ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. – (c) APA/AFP/JOHANNES EISELE (JOHANNES EISELE)

Inmitten der Brexit-Turbulenzen muss der britische Billigflieger EasyJet einen überraschenden Führungswechsel verkraften. Nach sieben Jahren an der Spitze verlässt Vorstandschefin Carolyn McCall das Unternehmen, um künftig den Privatsender ITV zu leiten, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Sie werde Ende des Jahres gehen und Anfang Januar ihren neuen Job übernehmen. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, aber sie habe das Gefühl, dass es nun die richtige Zeit dafür sei, erklärte McCall. Für Easyjet kommt der Wechsel dagegen in einer schwierigen Phase, denn der geplante EU-Austritt Großbritanniens belastet die Geschäfte. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

McCall habe entscheidend dazu beigetragen, die Airline umzubauen, den Betrieb zu verbessern, die Passagierzahlen zu steigern und die Aktienkurs zu verdreifachen, erklärte das Easyjet-Management. Nach sechs Jahren mit steigenden Gewinnen unter der Führung McCalls musste der zweitgrößte europäische Billigflieger nach dem irischen Rivalen Ryanair im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende September aber einen Gewinneinbruch von 28 Prozent hinnehmen. Vor allem der Kursverfall des britischen Pfundes nach dem Brexit-Referendum Mitte 2016 drückte das Ergebnis.

Auch die Unsicherheit über den Streckenbetrieb nach dem Brexit der Fluggesellschaft zu schaffen. Easyjet kündigte deswegen am Freitag den Aufbau eines zweiten Standbeins in Österreich an. In Wien soll ein neuer Ableger mit einer österreichischen Fluglizenz stationiert werden. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass es nach dem Brexit den Flugbetrieb innerhalb der EU fortführen kann. Derzeit dürfen britische Airlines aufgrund von EU-Regeln unbegrenzt zwischen den Mitgliedsländern und auch innerhalb der Staaten fliegen. Mit dem für März 2019 geplanten EU-Ausstieg fallen diese Rechte weg. Ersatzvereinbarungen wurden noch nicht geschlossen.

McCall kehrt nun in bekannte Gefilde zurück. Denn vor ihrem Start bei Easyjet 2010 war sie Chefin des Zeitungsverlags Guardian. Diese Erfahrung dürfte ihr auf dem neuen Posten zugutekommen, urteilten die Analysten der US-Großbank Citigroup. Auch bei den ITV-Aktionären kam die Personalie gut an: Der Kurs legte um rund drei Prozent zu. Easyjet-Papiere gaben dagegen 0,3 Prozent nach. McCall wird bei ITV den bereits zurückgetretenen Adam Crozier an der Konzernspitze beerben. Aber auch hier ist das wirtschaftliche Umfeld schwierig. Denn die Werbeeinnahmen sind angesichts der immer stärkeren Internet-Konkurrenz unter Druck und die Brexit-Unsicherheit bremst den Konsum.

Easyjet beantragt EU-Lizenz für Fluggesellschaft in Wien

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