Für Volkswagen ist Fußball der Heilsbringer

Der deutsche Konzern muss nach dem Abgas-Debakel an allen Enden und Ecken sparen. Nur bei einer Sache spart VW nicht: beim Fußball.

A detailed for of Volkswagen VW before the game International friendly Stade Geneve Geneva Sw
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A detailed for of Volkswagen VW before the game International friendly Stade Geneve Geneva Sw
imago/HochZwei/International

Bei Volkswagen läuft das Sparprogramm auf Hochtouren. Kein Wunder, der Abgasskandal kostet den deutschen Autokonzern Milliarden über Milliarden.

Doch beim Fußball da spart VW nicht. Im Gegenteil: Der Autokonzern gibt als Fußball-Sponsor Geld aus wie nie zuvor, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ab 2018 sponsert Volkswagen den europäischen Fußballverband Uefa und löst damit den koreanischen Konzern Hyundai ab. VWs Sponsor-Vertrag läuft über vier Jahre, schließt also auch die Europameisterschaft 2020 mit ein, die in dreizehn verschiedenen Ländern ausgetragen wird.

Aus Sicht der Wolfsburger gibt es kaum eine bessere Gelegenheit, umfür seine Elektroautos zu werben. Und nachdem von dem Sponsorvertrag auch europäische Frauen- und Nachwuchsmeisterschaften erfasst sind sowie die Finalspiele der Nations League (sie startet 2019), ist VW als einzige Automarke eine umfassende Präsenz gesichert.

"Für VW die ideale Möglichkeit"

Was dem Konzern seine Sponsor-Großoffensive kostet, gibt er freilich nicht bekannt. Insider vermuten mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Und VW lässt nicht nur Geld fließen, sondern unterstützt auch großzügig mit Sachleistungen, etwa indem er seine Fahrzeuge der Uefa und bei Turnieren bereitstellt.

Auch bei der deutschen Nationalmannschaft engagiert sich Volkswagen neuerdings mit 30 Millionen Euro im Jahr und hat damit den bisherigen Hauptsponsor Mercedes-Benz abgelöst. VW-Markenchef Herbert Diess erklärt, weshalb er sich - trotz oder gerade wegen der Krise - so für Fußball stark macht: Dieser Sport biete "die ideale Möglichkeit, unsere Neuausrichtung sichtbar zu machen." Heißt nichts anderes, als mit dem populären Sport das schlechte Image wieder zum Strahlen erbringen zu wollen.

Allerdings gibt es auch im Konzern bereits Stimmen, VW würde sich zu stark von Fußball abhängig machen. Denn abgesehen vom VfL Wolfsburg (der Verein erhält neuerdings 90 Mio. Euro pro Saison, zuvor waren es "nur" 70 Mio. Euro gewesen), sponsort VW auch den DFB-Pokal. Die VW-Sponsoring-Offensive führt mit unter auch zu kuriosen Situationen: Bei der Bundesliga-Relegation im Mai hatten die beiden Fußballvereine Wolfsburg und Eintracht Braunschweig gegeneinander anzutreten - beide werden von VW gesponsert.

>> Bericht in der "SZ"

 

 

(red.)

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