Millionenpleite eine Tiefenbohrfirma

Top-Thermal hat Insolvenz beantragt. Das Unternehmen hat Passiva von drei Millionen Euro.

Über das Vermögen der Top-Thermal GmbH wurde beim Landesgericht Ried im Innkreis ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Wie die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 berichten, sind von der Pleite 21 Dienstnehmer und 70 Gläubiger betroffen. Die Passiva belaufen sich auf drei Millionen Euro. An Barvermögen sind 80.000 Euro vorhanden. Der Wert des Anlagevermögens, vorwiegend bestehend aus der vorhandenen Bohranlage, ist derzeit noch nicht bekannt.

Die Gesellschaft verfügt über eine Bohranlage, mit der Tiefenbohrungen bis zu mehreren tausend Metern durchgeführt werden können. Es wird immer nur ein Auftrag durchgeführt. Daher ist der Ausfall von wenigen Schuldnern wirtschaftlich schwierig. Im Jahr 2016 kam es bei einem Auftrag in Kroatien zu einem Versicherungsfall und Verzögerungen, welche eine Zahlungsstockung verursachten. Der Forderungsausfall durch eine unverschuldete Verzögerung im Projekt Geothermie Ried führte zu einer Verschärfung der angespannten Liquiditätssituation. Zur Zahlungsunfähigkeit führte dann der sogenannte „Casingschaden“ im Projekt Geothermie Ried. Dabei wurde nach einer Bohrung bis ca. 550 Meter Tiefe ein Stahlrohr versenkt. Die Zwischenräume zwischen Außenwand Rohr und Erdreich sollten mit Zement befüllt werden. Dabei ist Zement in das Rohr gelangt, somit wurden alle Hohlräume gefüllt. Eine Beseitigung des Schadens ist möglich, jedoch mit einem Aufwand von rund einer Million Euro verbunden. Diese kann die Schuldnerin nicht leisten, zumal der einzige Auftraggeber Leistungen verweigert.

Die operative Tätigkeit soll eingestellt werden. Ziel ist die Bohranlage, die im Eigentum verschiedener Personen steht, weiter nutzbar zu machen. Zum Sanierungsverwalter bestellt ist Rechtsanwalt Christoph Danner aus Schärding.

 

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