ArcelorMittal macht gute Stimmung

Der Weltmarktführer in der Stahlindustrie rechnet mit einer erhöhten Nachfrage.

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(c) REUTERS

Luxemburg. Der weltgrößte Stahlkonzern, ArcelorMittal, macht der durch Überkapazitäten und Dumpingimporte aus China schwer gebeutelten Branche wieder Hoffnung. Nach guten Zuwächsen im dritten Quartal glaubt der Konzern an ein Anziehen der weltweiten Stahlnachfrage auch im nächsten Jahr.

„Die Rahmenbedingungen verbessern sich auch mit Blick auf 2018 weiter“, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal am Freitag. Sein Unternehmen habe im dritten Quartal in alle Regionen außer Europa mehr Stahl geliefert. Aber selbst in Europa sei der Rückgang niedriger als saisonal üblich gewesen.

Im dritten Quartal hat ArcelorMittal von der steigenden Nachfrage sowie höheren Preisen profitiert. Der Umsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 14,5 auf 17,6 Mrd. Dollar (15,1 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 1,92 Mrd. Dollar in etwa auf Vorjahresniveau. Netto verdiente ArcelorMittal unter anderem dank niedrigerer Zinszahlungen 1,2 Mrd. Dollar, nach 680 Mio. Dollar im Vorjahr. Die Stahllieferungen zogen im dritten Quartal um knapp sieben Prozent an.

ArcelorMittal erwartet für das laufende Jahr eine Steigerung der weltweiten Nachfrage nach Stahl um 2,5 bis drei Prozent. Die Aktie, die sich nach einem starken Kurseinbruch im Juni wieder gut erholt hat, stieg um bis zu vier Prozent. Deutsche Bank und UBS empfehlen das Papier zum „Kauf“.

Die Voestalpine, die am Mittwoch Rekordzahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt hat, ist ebenfalls optimistisch. Die Österreicher haben sich allerdings schon längst vom Commodity-Stahl abgekoppelt und gelten in vielen Sparten, wie etwa bei Nahtlosrohren und Hochgeschwindigkeitsweichen sowie bei Werkzeugstahl, als Weltmarktführer. Bei diesen Hightechprodukten lassen sich auch höhere Margen erzielen.

Die deutschen Schwergewichte ThyssenKrupp und Salzgitter präsentieren am 23. bzw. 14. November Zahlen. Die ThyssenKrupp-Bilanz dürfte kaum Überraschungen enthalten: Der Konzern hat aufgrund von Abschreibungen einen Verlust angekündigt. (eid/ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2017)

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