Bekommt GE Jenbacher einen Eigentümer mit österreichischer Wurzel?

Die B&C Industrieholding dürfte im Bieterrennen um Gasmotorenhersteller GE Jenbacher ausgeschieden sein. Was nicht heissen muss, dass es keine "österreichische" Lösung für das Tiroler Paradeunternehmen gibt.

EIZINGER Alexandra / WB

Seit der neue General Electric-Chef John Flannery begonnen hat, das Portfolio zu bereinigen, um den an der Börse abgesackten US-Konzern flott zu kriegen, ist in Tirol Feuer Dach. Schließlich steht auch der 2003 übernommen Gasmotorenhersteller GE Jenbacher auf der Verkaufsliste. Das 1600 Mitarbeiter zählende Unternehmen soll - zusammen mit dem US-amerikanischen Gasmotorenhersteller GE Waukesha - mehr als 3, 5 Milliarden Dollar in die Kassa von GE spülen.

Die Verhandlungen mit möglichen Interessenten sind weit fortgeschritten. Waren in der ersten Runde neben einer Reihe von Finanzinvestoren nocgh Mitbewerber wie die finnische Wärtsila dabei, so reduzierte sich die Shortlist bereits auf drei Bieter. Einer davon war die Wiener B&C-Industrieholding, die Mehrheitseigentümerin des Faserkonzerns Lenzing, des Gummikonzerns Semperit und des Aluminiumkonzerns AMAG ist. B&C hat, wie die Finanzagentur Bloomberg berichtet, gemeinsam mit dem US-Investor KKR um Jenbacher geboten - und sei nun aus dem Bieterrennen ausgestiegen.

Wer im milliardenschweren Verkauf der General-Electric-Gasmotorensparte rund um Jenbacher als Sieger hervorgeht, könnte laut dem Bericht bereits nächste Woche feststehen. Im Rennen sind angeblich nur noch zwei US-Mitbewerber: Cummins Inc. und Kohler Co. Cummins, an der Börse mit 23,6 Milliarden Dollar bewertet, beschäftigt 59.000 Mitarbeiter und hat im Vorjahr bei 20,4 Milliarden Dollar Umsatz 1,77 Milliarden Dollar verdient.

Kohler beschäftigt 33.000 Mitarbeiter und ist ein Familienunternehmen mit österreichischen Wurzeln: Als 29-Jähriger kaufte der österreichische Auswanderer John Kohler mit seinem Partner Charles Silberzahn im Jahr 1873 in Sheboygan, Wiscinson, eine kleine Eisenwarenfirma, die Werkzeuge für die Landwirtschaft herstellte und schon zehn Jahre später mit der Produktion von Badewannen ins Sanitärgeschäft  einstieg. Die Basis für das Wachstum war gelegt. In der Firmenchronik wird stolz vermerkt, dass Kohler mit Präzisionsteilen sogar bei der Mondlandung 1969 dabei war. Ob die Landung ist Österreich gelingt, wird wohl eine Frage des Geldes sein.

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