Kritik am "Größen-Wahnsinn" bei Kleidergrößen

Dass in der Umkleidekabine die gewohnte Größe oft nicht passt, ist kein Wunder. Bei Kleidergrößen wird oft geschummelt, um den Kunden zu schmeicheln.

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APA/dpa/Jens Kalaene

Auf Kleidergrößen ist kein Verlass, kritisieren deutsche Konsumentenschützer. Für das Magazin "Öko-Test" wurden 60 Oberteile vermessen, um zu überprüfen, ob die Maßangaben bei Hemden und Blusen einheitlich ausfallen. Das Ergebnis waren große Messunterschiede - manchmal sei "die Kleidergröße 36 eine 36 - und manchmal auch eine 40".

Dass in der Umkleidekabine die gewohnte Größe oft nicht passt, sei kein Wunder, meinen die Konsumentenschützer. Bei der Taillenweite beispielsweise habe es eine Damenbluse der Größe 36/S auf 80,4 Zentimeter gebracht, ein anderes Modell auf 102 Zentimeter. Ähnlich sei die Situation bei Männerhemden: Bei den Kleidungsstücken in Größe M wurden Unterschiede von bis zu 15 Zentimetern in der Taille festgestellt, in L lagen sie bei bis zu elf Zentimetern und in XL bei bis zu zwölf Zentimetern.

"Grund für dieses Wirrwarr ist, dass es keine festgelegten Größen gibt, an die sich alle Hersteller gleichermaßen halten", meinen die Tester. Die existierenden Tabellen dienen nur als Orientierung. Firmen sind nicht verpflichtet, sich an diese Vorgaben zu halten. Manche Hersteller würden sogar extra auf den Etiketten "schummeln", um ihren Kunden zu schmeicheln.

Die Konsumentenschützer sehen in diesem Vorgehen aber keinerlei Vorteile. Einkäufern kosteten nicht verlässliche Größenangaben "nur Zeit und Nerven". Beim Online-Shopping verursachten sie darüber hinaus "gewaltige Kosten, Unmengen an Verpackungsmüll und Emissionen". Denn viele Kunden würden im Internet Waren sicherheitshalber gleich in verschiedenen Größen ordern und dann die nicht passenden Kleidungsstücke zurückschicken.

(APA)

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