Mieten statt kaufen - Hervis testet neuen Service

Von der Wanderjacke über den Tischtennis-Tisch bis zum Fahrrad kann man bei Hervis in der Filiale Haid alles ausborgen.

Hervis-Chef  Alfred Eichblatt
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Hervis-Chef  Alfred Eichblatt
Hervis-Chef Alfred Eichblatt – FOLTIN Jindrich / WB

Dass der Sportartikelhandel Ski verleiht, ist inzwischen völlig normal. Hervis ist noch etwas weitergegangen und testet seit einigen Monaten in einer Filiale in Haid bei Linz ein Mietservice, wo Kunden von der Wanderjacke über den Tischtennis-Tisch bis zum Fahrrad alles ausborgen können. Fast alles - von der Vermietung von Schuhen sieht der Händler ab.

"'Mieten statt besitzen' ist gemäß der Sharing Economy ein allgemeiner Trend", sagte Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. In Deutschland testen etwa Otto und Media Markt gerade dieses neue Geschäftsfeld.

"Wir sind dabei herauszufinden, was für die Kunden besonders attraktiv zu mieten ist", so Eichblatt. Schon bewährt hätte sich der Verleih von Kinder-Ski, der in ganz Österreich möglich ist. Ski zu verleihen ist für Hervis mittlerweile ein besseres Geschäft als sie zu verkaufen, räumte der Manager ein. Diese Saison habe der Skiverleih mit zweistelligen Wachstumsraten weiter zugelegt.

Als großen Trend neben dem Miet- bzw. Verleihgeschäft sieht man bei Hervis alles rund um Elektro-Mobilität. "Das E-Bike feiert einen gewaltigen Siegeszug", sagte Eichblatt. Trotz Preisen von fast 2.000 Euro aufwärts erzielt Hervis hier Zuwachsraten von 20 Prozent im Jahr.

Im vergangenen Jahr hat der Sporthändler, der zum Spar-Konzern gehört, in sieben Ländern 493 Millionen Euro umgesetzt, ein Zuwachs von 5,2 Prozent. In Österreich ist das Wachstum den Angaben zufolge mit 6,2 Prozent noch höher gewesen. Das Vorsteuerergebnis (EGT) lag bei rund 14 Millionen Euro. Angaben zum Online-Umsatz macht das Unternehmen nicht. "Wir trennen hier nicht", so Eichblatt.

Hervis (über 3.000 Beschäftigte) betreibt in Deutschland, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien und Tschechien 110 Filialen, in Österreich sind es 90. Damit entfallen rund 20 Prozent des heimischen Sportartikelmarktes auf Hervis. Heuer sind über alle Märkte 10 bis 15 neue Standorte geplant.

Noch mehr Konkurrenz

Nummer 1 im Sporthandel sind Gigasport und Sport 2000 mit einem Marktanteil von zusammen 30 Prozent. Dahinter folgt Intersport (25 Prozent). Der Diskonter Sports Direct kommt auf 13 bis 15 Prozent. Den Rest teilen sich freie Fachhändler. Der Markt ist gerade in Bewegung, für heuer haben sich mehrere ausländische Sporthändler angekündigt. So planen etwa die norwegische Kette XXL und der französische Diskonter Decathlon den Markteintritt in Österreich. Auch der britische Sportmodehändler JD Sports sowie die Schweizer Deichmann-Tochter Ochsner Sport wollen hierzulande mitmischen.

Spar-Vorstand Hans Reisch zeigte sich ob so viel neuer Konkurrenz gelassen: "Es haben schon viele probiert, in Österreich zu reüssieren, und es ist ihnen nicht gelungen." "Wir sehen das sehr gelassen. Jeder Mitbewerber ist eine interessante Herausforderung", meinte Eichblatt.

(APA)

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