78 Prozent der Österreicher für Robotersteuer

Vier von fünf Österreicher sehen die Digitalisierung als Gefahr für Jobs. Aber nur ein kleiner Teil fürchtet um den eigenen Arbeitsplatz.

24 04 2017 xkhx Hannover Messe Fair Industrieschau im Zeichen der Digitalisierung Hannover Messe
Schließen
24 04 2017 xkhx Hannover Messe Fair Industrieschau im Zeichen der Digitalisierung Hannover Messe
Mehrheit für Robotersteuer – imago/Hartenfelser

Bundeskanzler Christian Kern hatte kurz nach seinen Amtsantritt  eine „Maschinensteuer“ (Wertschöpfungsabgabe) ins Spiel gebracht und sich dafür heftige Kritik von seinem Koalitionspartner ÖVP eingehandelt. Jetzt hat Sora eine diesbezügliche Umfrage für den Sozialhilfebarometer der Volkshilfe durchgeführt. Das Ergebnis: Gut drei Viertel aller Befragten sprechen sich für eine Robotersteuer aus, wenn Unternehmen Menschen durch Maschinen ersetzen. Dieser Forderung schließt sich die Volkshilfe an.

80 Prozent der Österreicher gehen davon aus, dass Automatisierung und Digitalisierung Jobs kosten wird.  Jedoch glauben nur 29 Prozent, dass ihr eigener Job wackelt. "Das zeigt, dass die Menschen immer davon ausgehen 'betroffen sind die anderen, nicht ich'", kommentiert diesen Unterschied Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, anlässlich einer Pressekonferenz heute Mittwoch.

Volkshilfe-Chef für bedingungslose Grundpension

Fenninger verweist auch darauf, dass die jüngste Verringerung der Arbeitslosigkeit keine echte Trendwende gebracht habe. Denn es gebe viel zu wenig offene Stellen für die vielen Arbeitslosen, die Langzeitarbeitslosigkeit sei gestiegen und der Beschäftigungszuwachs sei vor allem in atypischer Arbeit zustande gekommen, während die Vollzeitstellen sogar um 2,2 Prozent zurückgegangen seien.

Arbeits- und Sozialrecht müsse auf die neuen Gegebenheiten eingehen, fordert Fenninger. Eine bedingungslose Grundpension, unabhängig vom Lebenseinkommen, müsse kommen, um das erhöhte Risiko von Altersarmut abzufedern. Die Sozialversicherung solle progressiv gestaltet werden, statt dass wie jetzt jeder 22 Prozent seines Einkommens zahlt und über der Höchstbemessungsgrundlage (knapp 5.000 Euro im Monat) überhaupt kein Beitrag mehr fällig wird. Für Honorare solle ein einklagbarer Mindestsatz gelten. Überstunden sollten reduziert, über eine 35-Stunden-Woche solle nachgedacht werden. Auch solle eine Wertschöpfungsabgabe, also eine Maschinensteuer, kommen.

Die Studie beruht auf 1.001 persönlichen Interviews, die im März österreichweit mit Personen ab 15 Jahren geführt wurden. Nach Sora-Angaben sind die Aussagen repräsentativ, die Schwankungsbreite beträgt 3,1 Prozent.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    78 Prozent der Österreicher für Robotersteuer

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.