"Sensationsfund": Quartiere der Garde in Carnuntum entdeckt

Mit Bodenradar und Magnetfeldsensoren identifizierten Archäologen in der Römerstadt Carnuntum in Petronell Baracken der Leibgarde des Statthalters.

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Quartiere der Garde in Carnuntum entdeckt
Quartiere der Garde in Carnuntum entdeckt – APA/7REASONS/IKANT/LBI ARCHPRO

Die Römerstadt Carnuntum in Petronell ist um einen "Sensationsfund" reicher: Im Südbereich des Statthalterpalastes wurden per Bodenradar und Magnetfeldsensoren die Quartiere der Leibgarde des Statthalters entdeckt. Die Fundstätte sei "in einem Atemzug mit Pompeji zu nennen", sagte die niederösterreichische Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Im Jahr 2012 hat das Ludwig Boltzmann Institut für archäologische Prospektion und virtuelle Archäologie unter der Leitung von Wolfgang Neubauer im Auftrag des Landes Niederösterreich das Projekt "Gesamtprospektion Kernzone Carnuntum" gestartet, in dessen Verlauf bereits die Gladiatorenschule und Marschlager zutage traten. Derzeit werde der "riesige" Datensatz ausgewertet. Neubauer sprach von der größten Untersuchung bisher, die nun "Großes" sichtbar machte - und es sei noch sehr viel verborgen.

Carnuntum sei bisher der einzige Standort im einstigen Imperium Romanum, wo der Statthaltersitz und seine "Bewachungstruppe" verortet wurden. Selbst in Rom seien die Hinweise auf die Prätorianergarde des Kaisers spärlich, nur eine kleine bauliche Struktur in Lambaesis in Algerien könnte auf Ähnliches hindeuten, wurde erläutert.

Sechs bis sieben Mannschaftsbaracken identifiziert

Die Gardequartiere - an der westlichen Peripherie von Bad Deutsch Altenburg - lagen zwischen dem campus, dem Übungsplatz der Legion, und dem praetorium, Amtssitz des oberpannonischen Provinzstatthalters. Das ummauerte Areal umfasste eine Fläche von rund 1,8 Hektar, identifiziert wurden sechs bis sieben Mannschaftsbaracken, was laut Neubauer auf eine Stärke von 400 bis 500 Mann schließen lasse. Dieses Lager nehme in der römischen Militärarchitektur eine Sonderstellung ein. Die gesamte römische Stadt erstreckte sich einst über zehn Quadratkilometer.

"Carnuntum ist ein 'Dauerbrenner'", sagte Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter der Römerstadt Carnuntum. Seit beinahe 30 Jahren ist er hier tätig, und fast jedes Jahr kämen wissenschaftliche Highlights dazu. Die nun entdeckte Garde des Statthalters soll, wie Geschäftsführer Markus Wachter ankündigte, im Rahmen einer Ausstellung 2017 präsentiert werden.

(APA)

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