"Sie haben die Union zerstört, um Gorbatschow loszuwerden"

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow ist nach wie vor davon überzeugt, dass der Zerfall der Sowjetunion zu verhindern gewesen wäre.

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 Michail Gorbatschow
Michail Gorbatschow – (c) APA/EPA

Der Zerfall der Sowjetunion vor 25 Jahren hätte abgewendet werden können - davon ist der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow immer noch überzeugt. Doch der Ehrgeiz der neuen Staatschefs von Russland, der Ukraine und Weißrussland habe 1991 die Oberhand gewonnen, sagte Gorbatschow in einem Interview der Agentur Interfax.

"Sie haben die Union zerstört, um Gorbatschow loszuwerden", zitierte die Agentur den 85-Jährigen am Mittwoch. Das sei besonders kränkend.

Am Donnerstag jährt sich zum 25. Mal der Tag, an dem Boris Jelzin (Russland), Leonid Krawtschuk (Ukraine) und Stanislaw Schuschkewitsch (Weißrussland) die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gründeten. Es war der Todesstoß für die Sowjetunion. Gorbatschow selbst trat am 25. Dezember 1991 zurück. Über dem Kreml in Moskau wurde nach 74 Jahren die rote sowjetische Fahne eingeholt.

"Man hätte eine Dezentralisierung durchführen müssen, dann wären die neuen Republiken stark geworden, wirtschaftlich wie sozial", sagte Gorbatschow. Nach einer Umfrage gehen 51 Prozent der Russen davon aus, dass der Zerfall zu verhindern gewesen wäre. 28 Prozent sagen, er sei unausweichlich gewesen. In der damaligen Wirtschaftskrise herrschte aber in fast allen Sowjetrepubliken das Gefühl vor, als selbstständige Staaten erfolgreicher sein zu können.

(APA/dpa)

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