„Chinas Schindler“ und seine lebensrettenden Visa

Der chinesische Konsul in Wien, He Fengshan, setzte ab 1938 Karriere und Leben aufs Spiel: Als die Lage für viele Juden in Österreich aussichtslos schien, stellte er ihnen Visa für Shanghai aus. Doch wie viele Menschen der Diplomat rettete, bleibt bis heute im Dunkeln – und sorgt für Kontroversen.

Die Nazis verlangten von Juden ein Visum oder ein Schiffsticket, um das Deutsche Reich verlassen zu können. He stellte Visa für Shanghai aus.
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Die Nazis verlangten von Juden ein Visum oder ein Schiffsticket, um das Deutsche Reich verlassen zu können. He stellte Visa für Shanghai aus.
Die Nazis verlangten von Juden ein Visum oder ein Schiffsticket, um das Deutsche Reich verlassen zu können. He stellte Visa für Shanghai aus. – Courtesy of Yad Vashem

„Was meinen Sie mit Gott? Heil Hitler!“, antwortete der SS-Mann auf das „Grüß Gott“ des Hausmädchens. Still abwartend, mit einer Zigarette in der Hand, saß He Fengshan im Wohnzimmer der Rosenbergs und überlegte, wie er den zwei „arroganten“ Zivilbeamten der Schutzstaffel begegnen könne. Es war der Morgen der Novemberprogrome 1938. Plündernd und mordend war eine SS-Meute in der Nacht durch die Städte des Deutschen Reichs gezogen, Tausende wurden verhaftet. Auch den Wiener Juden Rosenberg hatten Nazi-Schergen mitgenommen – einen Tag, bevor er mit seiner Familie nach New York emigrieren wollte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2017)

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