Gewehre für den Frieden, Fernsehen als Flop: Die größten Fehlprognosen der Geschichte

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

Dieses Bonmot wird wahlweise Niels Bohr, Winston Churchill, Kurt Tucholsky und Mark Twain zugeschrieben. Wie weise es ist, zeigen nicht nur zahlreiche Wahlprognosen der jüngsten Vergangenheit, sondern auch die folgenden Fehlprognosen der Geschichte.

 

"Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden worden."

Charles Duell, Chef des US-Patentamts, 1899 (im Bild).

Library of Congress

"Das ist der größte Unsinn, den wir jemals unternommen haben. Die Atombombe wird niemals detonieren, und das sage ich als Sprengstoffexperte."

Admiral William Leahy zu US-Präsident Harry S. Truman, Anfang 1945. Im August desselben Jahres töteten Atombomben in Hiroshima und Nagasaki um die 100.000 Menschen.

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"Nein, sie wird Krieg unmöglich machen."

Hiram Maxim, Erfinder des Maschinengewehrs, auf die Frage, ob seine Erfindung den Krieg nicht noch schrecklicher machen werde.

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"Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren."

Autopionier Gottlieb Daimler, 1901 (im Bild mit seinem Chauffeur). 2010 überschritt die Zahl der weltweiten Autos übrigens die Milliardengrenze.

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"Rock'n'Roll? Im Juni wird er verschwunden sein."

Variety Magazine, 1955.

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"Es wird noch viele Jahre dauern - und dies nicht zu meiner Lebzeit -, bevor eine Frau die Partei anführt oder Premierministerin wird."

Margaret Thatcher, 1974. Fünf Jahre später wurde sie die erste britische Premierministerin.

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"Kino ist nur eine Modeerscheinung. Es ist ein Drama in der Dose. Was die Leute wirklich sehen wollen, ist Fleisch und Blut auf der Bühne."

Filmstar Charlie Chaplin, 1916.

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"Der Bauch, die Brust und das Gehirn werden dem Zugriff des weisen und humanen Chirurgen für immer verschlossen bleiben."

Sir John Eric Ericksen, britischer Chirurg, ab 1873 Leibarzt von Queen Victoria.

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"Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt worden sind."

Erich Honecker, Vorsitzender des Staatsrats der DDR, 19. Jänner 1989. Die Mauer fiel zehn Monate später.

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Ähnlich hellsichtig: Gerhard Schröder, späterer Bundeskanzler des wiedervereinigten Deutschland, Juni 1989:

"Nach vierzig Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht."

 

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"Eine Rakete wird nie in der Lage sein, die Erdatmosphäre zu verlassen."

New York Times, 1936. Eine russische R-7 flog 1957 als erste Rakete außerhalb der Erdatmosphäre.

 

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"Röntgenstrahlen werden sich als Schwindel erweisen."

William Thomason Lord Kelvin, Präsident der Royal Society, 1883.

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"Bis zum Mittag werden wir die Preußen geschlagen haben."

Napoleon Bonaparte, 18. Juni 1815, kurz vor der Schlacht bei Waterloo (heute Synonym für Napoleons Untergang).

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"Es gibt keinen Grund, warum irgend jemand einen Computer in seinem Haus wollen würde."

Ken Olsen, Vorsitzender und Gründer von Digital Equipment Corp., 1977 auf dem Kongress der World Future Society. (Im Bild: Der Apple II, selbes Jahr.)

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"Der Mensch wird es in den nächsten 50 Jahren nicht schaffen, sich mit einem Metallflugzeug in die Luft zu erheben."

Flug-Pionier Wilbur Wright, 1901. Zwei Jahre später gelang ihm mit seinem Bruder der erste Motorflug; 1915 startete mit der Junkers J 1 das erste Ganzmetallflugzeug.

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"Wer, zum Teufel, will denn Schauspieler sprechen hören?"

Harry M. Warner, Chef von Warner Brothers, 1927.

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"Der Fernseher wird sich auf dem Markt nicht durchsetzen. Die Menschen werden sehr bald müde sein, jeden Abend auf eine Sperrholzkiste zu starren."

Darryl F. Zanuck, Chef der "20th Century-Fox", 1946.

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"Das Pferd wird es immer geben, Automobile hingegen sind lediglich eine vorübergehende Modeerscheinung."

Der Präsident der Michigan Savings Bank, 1903, teilweise auch Kaiser Wilhelm zugeschrieben.

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"Die Demokratie wird um 1950 tot sein." Und: "1960 wird die tägliche Arbeitszeit mit drei Sunden begrenzt sein." Und: "2000 wird es keine Kriminalität mehr geben."

Der britische Autor John Langdon-Davies in "A Short History of The Future" (1936).

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