Die Zillertaler Protestanten: Glaube oder Heimat

Im Jahr 1837 fand die letzte religiös motivierte Vertreibung in Österreich statt. Protestanten aus dem Tiroler Zillertal wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Zwei Autorinnen dokumentieren ihren Weg – und wandern ihn nach.

Das berühmte Gemälde von Mathias Schmid über den Weg der Zillertaler Protestanten („Der letzte Blick zurück“) von 1877.
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Das berühmte Gemälde von Mathias Schmid über den Weg der Zillertaler Protestanten („Der letzte Blick zurück“) von 1877.
Das berühmte Gemälde von Mathias Schmid über den Weg der Zillertaler Protestanten („Der letzte Blick zurück“) von 1877. – (c) Tiroler Landesmuseum

Landrichter Simon Porta aus Zell am Ziller war ein ordentlicher und gewissenhafter Beamter, aber das, was er im Spätsommer 1837 zu administrieren hatte, bedrückte ihn. Er konnte seine Emotionen kaum zurückhalten: „Der Auszug der aus 400 Köpfen bestehenden Inclinanten ging ganz geräuschlos und mit der innigsten Theilnahme der zurückbleibenden Bevölkerung vor sich. Es war ein herzergreifender Anblick, dieser Auszug – Leute zu Fuss, zu Wagen und am Karren vorgespannt und nachschiebend. Auf den Wägen sassen und lagen alte Männer, Weiber und Mütter, umgeben von Kindern verschiedenen Alters und Geschlechts. Man vergass jeden Altersunterschied, erkannte in den Scheidenden nur solche Leute, mit welchen man aufgewachsen, in vielfältiger Berührung, Bekanntschaft und Verwandtschaft gestanden war. Mit Thränen drückte man sich die Hände und sagte sich schluchzend und wehmuthsvoll: Lebewohl.“

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