Pressefotografie: "Krieg der Bilder": Fotos zwischen 1945 und 1955

1952

"Ami, go home!", im Hintergrund die Wiener Karlskirche. Die Parole - ursprünglich von der Sowjetunion in Umlauf gebracht - bringt bald allgemein den Wunsch nach dem Ende der Besatzungszeit zum Ausdruck.

Im Rahmen einer Tagung zum FWF-Projekt "War of Pictures" werfen ExpertInnen von 4. bis 6. Oktober einen Blick auf Hintergründe und Propagandastrategien der Pressefotografie nach 1945. Hier finden Sie Informationen zur Tagung der Uni Wien >>>

(c) OENB (United States Information Servic)

Juni 1955

Der Empfang der Heimkehrer aus Russland in Wiener Neustadt. Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft waren ein beliebtes Motiv der Pressefotografie.

Archiv Brüder Basch, Oberösterreichische Nachrichten

1946

Den "Krieg der Bilder" konnten letztendlich vor allem die USA für sich entscheiden. Unter anderem, weil sie der heimischen Presse ihr Material kostenlos anboten. Der US-Bilderdienst hatte mehr Geld als die anderen.

Fritz Hausjell, Marion Krammer und Margarethe Szeless vom Institut für Publizistik machten die Pressefotografie nach 1945 zu ihrem Forschungsthema.

Im Bild: „War damaged Polizeipraesidium in Vienna“.

Institut f. Publizistik/Wien.

1955

Im 1. Wiener Gemeindebezirk wurde eine "Internationale Zone" errichtet, in der gemeinsame Militärstreifen der vier Besatzungsmächte die "öffentliche Ordnung" überwachten.

"Die Nachkriegsjahre waren für die Pressefotografie in Österreich eine ungemein prägende Zeit", erklärt Fritz Hausjell, Leiter des FWF-Projekts. Im zerstörten, verarmten Land gab es damals zunächst schlicht nicht genug Papier, um Zeitungen zu drucken. Die vereinzelten Blättchen bestanden nur aus wenigen Textseiten.

Im Bild: Die Vier im Jeep reichen sich die Hände.

Archiv Brüder Basch, Oberösterreichische Nachrichten

Juli 1952

"Als dann wieder ausreichend Druckmaterial zur Verfügung stand, rückten die Bilder rasch ins Zentrum des Interesses. Die Bevölkerung wollte sich nach den Leiden des Krieges schließlich möglichst schnell wieder auf andere Gedanken bringen – und Fotografie war hierfür ein besonders geeignetes Medium", so Hausjell.

Die Themen waren breit gefächert. Zu sehen gab es etwa viele Bilder aus dem Sport- und Kulturbereich sowie Reportagen aus exotischen Ländern.

Im Bild: Yoichi R. Okamoto, Leiter der Fotosektion des Wiener Kurier, bei einer Besprechung mit seinen Mitarbeitern.

(c) ÖNB/Bildarchiv

Mit den USA, Russland, Frankreich und Großbritannien traten gleich vier Nationen an, um über eigene Bilderdienste und Publikationskanäle die Medienlandschaft mitzugestalten.

Im Bild: Zonengrenze

Archiv Brüder Basch, Oberösterreichische Nachrichten

Politische Berichterstattung oder gar eine Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen fand kaum statt: "In den ganzen zehn Jahren zwischen 1945 und 1955 haben wir nur einen einzigen Bericht zu Ausschwitz gefunden", so Projektmitarbeiterinnen Margarethe Szeless.

Im Bild United States Information Services (USIS): „An elderly Austrian reading the USIS daily Wiener Kurier“

National Archives and Record Administration, Washington D.C.

1955

Demonstration für den Staatsvertrag.

Bestand Brüder Basch, Archiv Oberösterreichische Nachrichten

15. Mai 1955

Wartende Zuschauer vor dem Belvedere.

Johann und Fritz Basch

März 1949

Das Titelblatt der "Großen Österreich Illustrierten": Bin auch ich schuldig? 

Fotograf unbekannt
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