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10 Land am Strom

SmartMeter –Die

intelligentenStromzähler

kommen

Wozu brauchen wir diese neuen Zähler?

Die Steigerung der Energieeffizienz ist eine der wich-

tigsten Voraussetzungen für Klimaschutz und Energie-

wende. Die Mitgliedstaaten der EU haben es sich daher

zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz deutlich zu stei-

gern. Beim Strom sollen digitale Zähler den Menschen

die Chance geben, ihren Verbrauch besser als bisher zu

überprüfen und zu gestalten. Die gesetzliche Grundlage

hierfür wurde bereits 2012 im Rahmen einer EU-Richt-

linie geschaffen. Ihr Ziel es ist, dass bis 2020 rund 80

Prozent der herkömmlichen Stromzähler durch digitale

Zähler ersetzt werden.

Wie viele Zähler müssen umgestellt werden

und wie weit ist man damit?

In Österreich müssen insgesamt rund 5,5 Millionen

Zähler umgestellt werden. Verantwortlich für Installa-

tion, Betrieb und Wartung der Geräte sind die jewei-

ligen regionalen Netzbetreiber. Laut einer aktuellen

Erhebung waren 2016 bereits fünf Prozent umgestellt,

im laufenden Jahr soll der Anteil der installierten Smart

Meter auf zwölf Prozent steigen. Eigentlich sollten Ende

2017 laut ursprünglichem Ziel bereits 70 Prozent aller

Zähler umgestellt sein. Wiederholte rechtliche Ände-

rungen, verbunden mit komplizierten Vergabever-

fahren sowie die Bearbeitung hoher Sicherheitsstan-

dards haben aber zu einer Verzögerung geführt. Mittler-

weile haben die meisten Netzgesellschaften die

aufwendigen Ausschreibungen jedoch hinter sich und

können mit dem Roll-out beginnen.

Was unterscheidet einen herkömmlichen Stromzähler von

einem Smart Meter?

Herkömmliche Stromzähler funktionieren auf mechani-

scher Basis. Die sogenannten Ferraris-Modelle sind mit

Drehscheiben ausgestattet, die sich proportional zur

bezogenen Energie drehen und den so registrierten

Verbrauch in der Maßeinheit Kilowattstunden

aufzeichnen. Einmal im Jahr muss der Zähler abgelesen

werden. Auf Basis der Ablesung erhalten die Strom-

kunden eine Jahresabrechnung. Hier wird die Differenz

zwischen den schon geleisteten Zahlungen fest- und in

Rechnung gestellt und ein neuer Pauschalbetrag für die

monatliche Zahlung der kommenden Periode festge-

legt.

Smart Meter sind über eine Datenleitung mit dem Netz-

betreiber verbunden und übertragen täglich Zähler-

stände, die im 15-Minuten-Takt abgespeichert werden –

vorausgesetzt, der Kunde hat dem zugestimmt. Die

Smart-Meter-Daten stehen den Stromkunden auf einer

elektronischen Plattform des Netzbetreibers und auch

am Gerät selbst zur Verfügung. Damit entfällt nicht nur

das lästige Ablesen des Zählers. Bei Wohnungswechsel

oder Abmeldung können die Zähler von der Zentrale

aus aktiviert oder deaktiviert werden und die Strom-

rechnung entspricht stets genau der verbrauchten Ener-

giemenge.

Welche Vorteile bringt mir der digitale Zähler?

Smart Meter ermöglichen den Stromkunden erstmals

eine Kontrolle des tatsächlichen Stromverbrauchs.

Dafür werden den Kunden ihre Verbrauchsdaten über

gesicherte Internetportale am jeweiligen Folgetag zur

Verfügung gestellt und können per Computer oder sogar

mit dem Handy abgerufen werden. In Zukunft wird es

flexible Strompreisangebote geben, die es erlauben, die

Energiekosten zu senken, wenn der Verbrauch in Zeiten

verschoben wird, zu denen Strom billiger ist. Smart

Meter sind auch wichtig für Stromkunden, die selbst

Strom erzeugen und einspeisen wollen. Smart Meter

können außerdem die Netznutzung optimieren, was

beispielsweise dann erforderlich sein kann, wenn in

einem Haushalt auch eine Speicherbatterie und/oder

eine Ladestation für E-Mobile angeschlossen sind. Wer

nicht will, dass alle Funktionen des Smart Meter genutzt

werden, kann die Möglichkeit eines Opt-out nutzen.

Dann wird der neue Zähler nur mit Minimalfunktionali-

täten ausgestattet, beispielsweise der Übermittlung des

Zählerstands oder der An- und Abschaltmöglichkeit.

Profitieren auch die Elektrizitätsversorger

von der Umstellung?

Auf die Netzbetreiber kommen vorerst einmal hohe

Kosten zu. Die Umstellung erfordert geschätzte Investi-

tionen im Ausmaß von rund 1,8 Milliarden Euro. Wenn

das System einmal etabliert ist, ergeben sich dann aber

vielseitige Chancen für die Entwicklung innovativer

Dienstleistungen.

In Verbindung mit dem Smart Grid, dem intelligenten

Stromnetz, könnte etwa ein besseres Netzmanagement

betrieben werden, indem dem Kunden finanzielle

Anreize geboten werden, wenn er Geräte mit hohem

Stromverbrauch von seinem Netzbetreiber je nach

Bedarf kurzfristig ein- oder ausschalten lässt.

Wie sicher ist das?

Die E-Wirtschaft hat für die smarten Zähler vielfältige

Datensicherheits- und Datenschutzmaßnahmen umge-

setzt. Die neuen Systeme, die jetzt installiert werden,

nehmen bereits alle Datenschutzvorschriften vorweg,

die demnächst in Kraft treten werden.

WUSSTEN

SIE, DASS

ein durchschnittlicher Haushalt

in

Österreich 1,95 Euro am Tag für

Strom ausgibt? Das ist weniger, als

ein doppelter Espresso kostet.