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Land am Strom 3

die

haft

Was steht in meiner Stromrechnung?

Der österreichische Strompreis setzt sich aus

drei Komponenten zusammen: dem Energie-

preis, der am freien Markt, z. B. an Strom-

börsen und imWettbewerb zwischen Anbie-

tern gebildet wird, den Netzkosten, die von

der Regulierungsbehörde (E-Control) festge-

legt werden, und den Steuern und Abgaben,

die vom Gesetzgeber festgelegt werden. Im

Jahr 2016 machten sie mit 41,2 Prozent den

größten Brocken der Stromrechnung aus. 27,3

Prozent der Stromrechnung entfallen auf die

Netzgebühren und 31,5 Prozent, weniger als

ein Drittel, kosten die verbrauchten Kilowatt-

stunden Energie. In meiner Stromrechnung

steht genau aufgelistet, welche Anteile wofür

zu zahlen sind.

Wie viel Strom kann ich verbrauchen?

Im Prinzip gibt es keine Beschränkungen des Stromverbrauchs. Ein

normaler Hausanschluss inkludiert eine Leistungsgrenze von drei bis

vier Kilowatt, was über eine Absicherung mit 16 Ampere Stromfluss

erfolgt. Das reicht für normale Haushalte mit Leichtigkeit. Ein Strom-

kunde mit hohem Bedarf muss diesen über eine entsprechende,

vertraglich zu vereinbarende Anschlussleistung sicherstellen. Wenn

ich beispielsweise für ein Elektroauto eine beschleunigte Ladung mit

hoher Leistung (mit 11 kW, 22 kW oder sogar mehr) durchführen will,

reicht der Hausanschluss nicht. Künftige Stromtankstellen an Auto-

bahnen benötigen Anschlussleistungen von mittelgroßen Städten.

Wie sicher bekomme ich Strom?

Österreich verfügt mit einer Versorgungssicherheit von 99,9 Prozent über

eine der sichersten Stromversorgungen weltweit. 2015 betrug die unge-

plante Nichtverfügbarkeit von elektrischer Energie imMittel lediglich 24,11

Minuten. Mit nur 15,39 Minuten fielen Stromunterbrechungen auch

aufgrund geplanter Wartungsarbeiten äußerst gering aus. Rechnet man

noch unerwartete regionale Ereignisse wie Unwetter, Leitungsschäden

durch starken Schneefall oder Überschwemmungen hinzu, kommt man auf

einen durchschnittlichen Wert von 44,88 Minuten im gesamten Jahr 2015.

Ist mein Stromverbrauch „normal“?

In Vergleichsstudien wird immer mit einem

Normverbrauch eines Haushalts von 3500

kWh pro Jahr gerechnet. Der durchschnitt-

liche Stromverbrauch eines Vierpersonen-

haushalts liegt zwischen 3800 und 4200 kWh

pro Jahr. Wird auch Warmwasser elektrisch

erzeugt, erhöht sich dieser Wert auf 6900 bis

7300 kWh. Städtische Haushalte haben einen

Stromverbrauch der häufig zwischen 1500

und 2500 kWh pro Jahr liegt. Beim elektri-

schen Beheizen einer 100-m²-Wohnung im

durchschnittlichen Baustandard kommt man

auf rund 10.000 kWh jährlich, für die Behei-

zung eines Einfamilienhauses im Niedrigst-

energiestandard kommt man mit 8000 kWh

jährlich aus.

Kann ich selbst Strom erzeugen?

Als Stromkunde kann ich auch selbst Strom

erzeugen. Stromerzeugungsanlagen, die an

das öffentliche Stromnetz angeschlossen

sind, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen,

müssen dem Netzbetreiber gemeldet werden

und bestimmte Standards erfüllen. Mit dem

selbst produzierten Strom kann ich meinen

Bezug aus dem Stromnetz verringern und so

Abgaben und Steuern sparen. Selbst

erzeugten Strom, den ich nicht selbst

verbrauche, kann ich ins Netz einspeisen und

dafür Geld bekommen. Meinen Strom über-

nehmen entweder die OeMAG oder Energie-

lieferanten. Die meisten Energieversorger

nehmen überschüssigen PV-Strom nur ab,

wenn ich auch Strom bei ihnen kaufe. Neue

technologische und rechtliche Entwicklungen

werden es in Zukunft wahrscheinlich auch

ermöglichen, dass ich meinen Strom direkt

vermarkte.

Kann ich selbst Strom speichern?

Sinkende Kosten für Photovoltaikanlagen (PV) und moderne Speicherbatterien

machen die Anschaffung eines eigenen Speichers immer attraktiver. Wenn ich

selbst erzeugten Strom zwischenlagern kann, kann ich zum Beispiel meine

PV-Anlage besser nutzen. Damit steigere ich die Wirtschaftlichkeit meines Spei-

chers und helfe dem Netz sparen, weil damit weniger Investitionen für eine

stabile Stromversorgung erforderlich werden. Habe ich keine Speicherbatterie,

kann ich meinen Überschussstrom dazu verwenden, Warmwasser zu bereiten

und die Energie über diese „Sektorkopplung“ speichern.

Kann ich Strom ohne Komfortverlust effizienter nutzen?

Wenn ich mein Haus mit LED-Lampen statt mit Glühbirnen beleuchte, kann ich

bis zu 85 Prozent des für Beleuchtung benötigten Stroms einsparen. Mit

meinem Induktionskochfeld benötige ich zwischen 20 und 30 Prozent weniger

Strom als mit dem alten Ceranfeld und kann zudem schneller kochen und die

Leistung besser regeln. Bei neuen Kühlschränken ist der Stromverbrauch seit

Anfang der 1990er-Jahre um fast zwei Drittel gesunken. Die effizientesten Kühl-

schränke verbrauchen nur noch 0,17 kWh pro Tag. Wärmepumpen nutzen rege-

nerative Umweltwärme. Im Vergleich zu anderen Heizungssystemen hat man

mit einer Wärmepumpe die geringsten Betriebskosten im Neubau und in der

Sanierung.