Gusenbauer an der Uni: "Ich würde auch protestieren"

11.11.2009 | 14:15

Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer besuchte die Uni Klagenfurt und plädierte für mehr Investitionen ins Bildungssystem. Freiheitliche Studenten drohen der ÖH derweil mit einer Klage.

Der ehemalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer besuchte am Dienstag Abend die Universität Klagenfurt und bekundete den protestierenden Studenten seine Sympathien. In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal appellierte Gusenbauer für vermehrte Investitionen ins Bildungssystem.



Für den Ex-Kanzler stellt Bildung die "entscheidende Voraussetzung für den Reichtum einer Gesellschaft" dar. Kritiklos wurde die Rede Gusenbauers nicht aufgenommen - immerhin wurden unter dem SP-Politiker die Studiengebühren nicht abgeschafft, was viele Studenten aus den eigenen Reihen erzürnte.

Der Wiener Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) wiederum stattete dem besetzten Audimax der Uni Wien einen Besuch ab und forderte die Verwendung der Zinsen aus den Bankenmilliarden zur Uni-Finanzierung.


Freiheitliche Studenten drohen mit Klage

Die ÖH gab sich lange zurückhaltend, was die Proteste und Hörsaal-Besetzungen betrifft. Nun wird sie diese aber mit Geld aus den Rücklagen finanziell unterstützen. Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) überlegt deshalb eine Klage gegen die ÖH. Sollte es Ungereimtheiten bei der Verwendung des Geldes geben, werde man rechtliche Schritte prüfen.

Die Bereitstellung von 100.000 Euro ist für RFS-Obmann Philipp Schrangl eine "Husch-Pfusch-Aktion". "Wir werden alle rechtlichen Schritte offenhalten, um das zu verhindern." Sollte der Verdacht der Untreue und des Missbrauchs aufkommen, werde man sich "dagegen wehren". Der RFS-Chef betonte, anfänglich Verständnis für die Proteste gehabt zu haben, nun würden die vielfältigen Forderungen allerdings nicht mehr nachvollziehbar sein. Proteste gegen Noch-Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) oder gegen Zugangsbeschränkungen befürworte er jedoch - "dafür sind wir zu haben".

Für ein Schmunzeln sorgen die Klagsankündigungen des RFS bei der ÖH. Diese seien ein "ziemlich lächerlicher Versuch, die Anliegen der Studierenden in den Dreck zu ziehen", so ÖH-Chefin Sigrd Maurer. Die Proteste seien bisher völlig friedlich verlaufen.




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