Michael Jacksons Leibarzt erneut im Zwielicht

21.11.2009 | 18:30

Nach neuesten Erkenntnissen rief der Arzt des verstorbenen "King of Pop" erst eine Stunde nach dessen Ableben die Rettung an. Die meiste Zeit dazwischen verbrachte er mit Telefonaten.

Der Leibarzt des verstorbenen Popstars Michael Jackson, Conrad Murray, ist erneut ins Zwielicht geraten. Nach Erkenntnissen der Ermittler, die am Freitag in Las Vegas veröffentlicht wurden, wartete Murray nach dem Tod Jacksons am 25. Juni mehr als eine Stunde, bevor er Hilfe rief. Der Arzt habe die Polizei um 12.22 Uhr informiert. In der Zeit davor will er versucht haben, Jackson wiederzubeleben - tatsächlich jedoch verbrachte er nach Angaben der Ermittler 47 Minuten mit drei verschiedenen Gesprächspartnern am Telefon. Dies habe er in den bisherigen Vernehmungen verschwiegen. Mit wem Murray telefonierte, teilte die Polizei nicht mit.


Arzt wollte Totenschein nicht ausstellen

Der Leibarzt habe sich zudem geweigert, den Totenschein für Michael Jackson auszustellen, dessen Tod schließlich an der Universitätsklinik von Los Angeles um 14.26 Uhr festgestellt wurde. Stattdessen sei er erst einmal abgetaucht. Murray hatte ausgesagt, dem unter Schlaflosigkeit leidenden Jackson auf dessen Verlangen hin das Narkosemittel Propofol verabreicht zu haben, das bei dem 50-Jährigen letztlich den Herzstillstand herbeiführte.

Ermittlungen bis 2010

Die Ermittlungen gegen Jacksons Leibarzt werden nach Angaben der Polizei bis zum nächsten Jahr andauern. "Die Entscheidung fällt 2010. Sie wird nicht mehr in diesem Jahr getroffen", sagte Polizeichef Patrick Gannon der US-Zeitschrift "People" über eine mögliche Verhaftung und Anklage des Arztes. "Wir nehmen uns damit viel Zeit, um sicher zu stellen, dass alles korrekt abläuft", fügte Gannon hinzu.

 




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