Schweinegrippe in Österreich: Bis zu 45.000 Erkrankte
Die A(H1N1)-Viren sind offenbar derzeit bei den Influenza-Erkrankungen bereits die dominierenden Erreger. Laut Gesundheitsministerium ist es der Beginn einer ersten Pandemiewelle.
In Österreich sind derzeit 30.000 bis 45.000 Personen an der Schweinegrippe erkrankt. Das ergab eine Abschätzung auf Basis der Zahlen aus Wien, welche das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekanntgab. Bisher wurden laut dem Ministerium drei Todesfälle nach A(H1N1)-Erkrankungen gemeldet.
In der Zahl der Opfer ist auch ein Patient, der im Krankenhaus Schwarzach in Salzburg starb und dessen Tod auf die Folgen eines Herzinfarktes zurückgeführt wurde. Gerade bei der Influenza ist es oft schwierig, das Virus selbst als Todesursache festzumachen, da zumeist Herz-Kreislauf-Versagen auftritt.
Die dominierenden Erreger
Die A(H1N1)-Viren sind offenbar derzeit bei den Influenza-Erkrankungen bereits die dominierenden Erreger. Das ergibt sich auch aus den zahlen des Instituts für Virologie in Wien aus den vergangenen zwei Wochen. Die Spezialisten wiesen dort in 431 Proben aus Wien das neue A(H1N1)-Virus nach. Schon das war weit mehr als andere Influenza-Viren in ganz Österreich nachgewiesen wurden.
In der vorvergangenen Woche war man in Wien von rund 10.800 Schweinegrippe-Erkrankten ausgegangen. Vergangene Woche waren es wahrscheinlich um die 14.400. Auf der Basis dieser Zahlen lautet die Schätzung nun für ganz Österreich auf 30.000 bis 45.000 Kranke. "Wir befinden uns am Beginn einer ersten Pandemiewelle mit Influenza A(H1N1)", stellte das Ministerium fest.
Gipfel erst Anfang 2010?
Influenza-Wellen dauern üblicherweise - zumindest bei der saisonalen Influenza - sechs bis acht Wochen. In den ersten Wochen 2009 dürfte die damals grassierende saisonale Influenza relativ heftig gewesen sein. Der Grazer Hygieniker Egon Marth ging von insgesamt 400.000 bis 500.000 Erkrankten aus. Der Wiener Tropenmediziner Herwig Kollaritsch präsentierte vor einigen Tagen bei einer Informationsveranstaltung für Ärzte und Apotheker eine Grafik, wonach aufgrund internationaler Erfahrungen mit einem Gipfel der Zahl der Erkrankten erst Anfang Jänner 2010 zu rechnen sei.
Von den Schweinegrippe-Patienten auf der Intensivstation der Salzburger Landeskliniken (SALK) sind weiterhin zwei Patienten in sehr kritischem Zustand. Für einen 77-Jährigen, der sich ursprünglich wegen eines chronischen Nierenleidens im Spital befand und einer 62-jährigen Risikopatientin bestehe weiterhin Lebensgefahr, sagte SALK-Pressesprecherin Mick Weinberger. Drei Patienten werden derzeit an der Innsbrucker Klinik aufgrund einer Infektion mit der Neuen Grippe behandelt. Bei zwei von ihnen handelt es sich um Kranke, deren Immunsystem bereits geschwächt war, wodurch das Virus leichtes Spiel hatte.
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