Kostenexplosion in Aspern: Schicker erzürnt
Der „Presse“-Bericht sorgt für heftige politische Debatten. Schicker: Mit der Stadt Wien sei die Verkehrsfreigabe für 2016 vereinbart: Daran hat sich auch die Asfinag zu halten
WIEN(APA). Die Verdreifachung der Kosten und die mögliche Verschiebung für die Autobahnanbindung des Stadtentwicklungsgebiets „Seestadt Aspern“ hat am Freitag für heftige Reaktionen gesorgt. „Die Presse“ hat exklusiv in ihrer Freitagausgabe berichtet. Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) attackierte die Autobahngesellschaft Asfinag.
Die prognostizierten 428,3 Millionen Euro Kosten sind nicht mehr zu halten, sondern sollen im schlimmsten Falle auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen. Auch soll sich die Fertigstellung bis 2022 und damit um sechs Jahre verzögern. Schicker: Mit der Stadt Wien sei die Verkehrsfreigabe für 2016 vereinbart. „Daran hat sich auch die Asfinag zu halten“, so der Stadtrat. Das acht Kilometer lange Autobahnstück zwischen Südosttangente und Wiener Außenring Schnellstraße (S1) sei nicht nur für Bewohner im Nordosten Wiens, sondern auch für die Pendler aus dem Umland nötig, betonte Schicker. Und weiter: „Die Asfinag hat sich heuer schon bei den Sanierungsmaßnahmen am Wiener Autobahnnetz nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist höchst an der Zeit, dass sie stadtverträgliche Straßen plant und zeitgerecht umsetzt.“
VP-Planungssprecher Alfred Hoch griff hingegen die Stadtregierung an: „Es zeigt wieder einmal, dass die Planungsverantwortlichen dieser Stadt nicht in die Lage sind, die für Wien notwendigen Projekte planerisch so durchzuführen, dass ihr reibungsloser Ablauf gesichert ist.“ Rechnungshof und Kontrollamt sollten eingeschaltet werden. Der grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch rechnet die Kostensteigerung auf den Lobau-Tunnel um: Wenn schon ein so einfaches Teilstück derartige Mehrkosten verursache, werde der Lobautunnel zum „mehrfachen Milliardengrab“. FP-Gemeinderat Anton Mahdalik will einen Baustopp für das Stadtentwicklungsgebiet.
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