104 Tote bei Grubenunglück in China

23.11.2009 | 06:10

Eine Gasexplosion hat die Kumpel verschüttet. Rund 530 Bergarbeiter arbeiten in dem Kohlebergwerk, mehr als 400 konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Chinas Bergwerke gelten als sehr gefährlich.

Zwei Tage nach dem schwersten Bergwerksunglück in China seit zwei Jahren ist die Zahl der Opfer weiter angestiegen. Bis zum frühen Montagmorgen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden die Leichen von 104 Bergarbeitern geborgen, vier weitere Kumpel waren noch unter Tage eingeschlossen. Angesichts hoher Gaskonzentrationen in dem Schacht gab es nur wenig Hoffnung, dass sie noch am Leben waren.


528 Bergarbeiter waren zum Zeitpunkt der Explosion unter Tage, 420 überlebten nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua das Unglück in dem Staatsbetrieb in der Provinz Heilongjiang.  Mehr als 60 Arbeiter wurden zum Teil schwer verletzt. Nach Berichten der Lokalzeitungen war die Explosion noch in zehn Kilometern Entfernung zu spüren.

Am Sonntag stieg Dampf von der Explosionsstelle auf. Ein Gebäude in unmittelbarer Nähe war eingestürzt, überall auf dem Gelände von der Polizei abgesperrten Gelände lagen Glasscherben und Metallteile.

Rückschlag für Regierung

Für die chinesische Regierung ist das Unglück ein Rückschlag in ihren Bemühungen, in den berüchtigt unsicheren Bergwerken bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. In ihrer Initiative für bessere Sicherheitsvorkehrungen werden die Standards staatlicher Bergwerke vor denen privater Minen gesehen. Das Unglück ereignete sich in einem Bergwerk der staatlichen Gruppe Heilongjiang Longmei.

Im Xingming-Bergwerk wird seit 1917 Kohle gefördert. Der Gouverneur der Provinz Heilongjiang, Ki Zhanshu, rief nach dem Unglück alle Verantwortlichen zu einem besseren Management der Bergwerke auf. "Entwicklung ist wichtig, das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes sollte aber nicht um den Preis des Blutes der Bergarbeiter erzielt werden", sagte er laut Xinhua.

Die rund 16.000 chinesischen Bergwerke sind die gefährlichsten der Welt. Nach der Schließung von 1000 besonders unsicheren privat betriebenen Minen ist die durchschnittliche Zahl der täglichen Todesopfer nach Regierungsangaben um die Hälfte auf sechs gesunken. Bei elf Grubenunglücken in den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen 303 Bergarbeiter ums Leben. Im Dezember 2007 wurden bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk der nordchinesischen Provinz Shanxi 105 Menschen getötet.

 




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