Kabul: Rakete schlägt in Luxushotel ein

21.11.2009 | 18:23

Bei dem Anschlag stürzte eine Wand des Gebäudes ein. Es gab sieben Verletzte. Die Regierung in Kabul will die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf 400.000 Mann ausbauen.

Ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Samstag bei einem Raketenangriff beschädigt worden. Nach ersten Medienberichten gab es sieben Verletzte. Die Polizei bestätigte, dass eine Wand des Hotelkomplexes eingestürzt sei. Laut Gesundheitsministerium wurden mindestens vier Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Augenzeugen berichteten von massiver Rauchentwicklung in der Nähe des einzigen Fünf-Sterne-Hotels der Stadt.

Nach Angaben der örtlichen Polizei schlug das Geschoß am Samstag in eine Außenwand des Luxushotels "Serena" ein. Auch ein afghanischer Soldat sei außerhalb des Gebäudes verletzt worden. Die Verletzungen seien in keinem Fall lebensbedrohlich, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ein Hotel-Mitarbeiter sagte, im Inneren des Hauses habe es keine Beschädigungen gegeben.


Sicherheitskräfte auf 400.000 ausbauen

Die Regierung in Kabul will die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf 400.000 Mann ausbauen - mehr als doppelt so stark wie bisher angestrebt. Damit sollen die Vorgaben der USA und der Nato erfüllt werden, die mehr Verantwortung in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen wollen.

Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte am Samstag in Kabul, die Stärke der Armee solle auf 240.000 Mann steigen; derzeit stehen rund 93.000 Soldaten unter Waffen. Dieses Ziel wird nach Ansicht von Beobachtern nur durch jahrelange massive Investitionen in die Ausbildung erreicht werden können.

Zugleich kündigte Innenminister Mohammad Hanif Atmar an, die Polizeikräfte sollten von derzeit 82.000 auf 160.000 verstärkt werden. "Dies ist Teil des Konzepts von US-General Stanley McChrystal", sagte Atmar dem Fernsehsender Al-Jazeera. Ein Zeitrahmen wurde nicht genannt.

Der Nato-Oberkommandierende McChyrstal hat auch 40.000 zusätzliche Nato-Soldaten für den Afghanistan-Einsatz gefordert. Derzeit sind etwa 71.500 Mann der Nato-Schutztruppe ISAF und zusätzlich etwa 30.000 US-Soldaten im Einsatz.




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