Strache: "Hass gegen demokratische Bewegung"
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache betonte die Friedlichkeit des Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Rund 500 Personen demonstrierten am Ring.
Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Burschenschafter-Kommers am Samstag in der Wiener Hofburg haben linke Gruppierungen am Ring gegen Faschismus demonstriert. Die Polizei zählte rund 500 Teilnehmer. Die Demonstranten trafen sich vor der Universität und zogen gegen 19 Uhr am Ring zur Hofburg. Laut Polizeiangaben verlief die Aktion gesittet. Die Protestierer forderten in Sprechchören unter anderem "Nieder mit der FPÖ" oder "Nazis aus der Hofburg raus". Hinter dem Rathaus fand unterdessen die Aktion "Wiener Lichter" statt, bei der Kerzen symbolisch gegen die "dunkle Vergangenheit" entzündet wurden.
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat betont, dass es sich bei dem Festkommers um eine "friedliche Veranstaltung" handle. Schon im Vorfeld habe man aber "deutlich erkennen können, wie es in Österreich im 21. Jahrhundert um die Versammlungs- und Meinungsfreiheit bestellt ist", kritisierte Strache bei einer Pressekonferenz die Gegendemonstrationen. Linke Gruppierungen würden "bewusste Hetze" gegen die Burschenschafter betreiben.
Hetze und Hass
Die "Vorväter" der Burschenschafter hätten stets für Demokratie und Freiheitsrechte gekämpft, meinte Strache, der bei der Veranstaltung auch die Festrede hielt. Daran wolle man sich bei der Feier anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Burschenschaften erinnern. Die Gegendemonstrationen kritisierte der FPÖ-Chef heftig: Dem "linken Lager" gehe es nicht um eine objektive Debatte, sondern ausschließlich um "Hetze und Hass gegen eine demokratische Bewegung".
Warum sich die Medienöffentlichkeit der Veranstaltung auf eine Pressekonferenz mit ihm und dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (F) beschränkt, wollte Strache nicht ausführlich kommentieren: Er wisse nichts davon, dass man Medienvertreter zunächst zum Kommers eingeladen und dann wieder ausgeladen hatte. In der Vergangenheit sei die Berichterstattung aber oft "einseitig" und "diffamierend" gewesen. Ein Sprecher der Burschenschafter bat daraufhin um Verständnis, dass die Feier "nicht gestört" werden wolle.
SPÖ: Straches Auftritt "peinlich"
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas nannte Straches Auftritt beim Kommers unterdessen "peinlich". Statt an Lösungen für ein friedliches Zusammenleben interessiert zu sein, widme sich der FPÖ-Chef lieber "im Kreise dubioser Gestalten ewiggestrigem Gedankengut, Deutschtümelei und absurden Ritualen", meinte sie. Straches Auftritt sei aber "wenig erstaunlich", da sich die Freiheitlichen in den vergangenen Jahren zum "Auffangbecken von Burschenschaftern aus rechtsrabiaten Studentenverbindungen" entwickelt hätten. "Bezeichnend" ist für Rudas außerdem, dass Medien bei dem Kommers nicht zugelassen sind. Bei der Veranstaltung der Burschenschafter werden über tausend Teilnehmer aus ganz Europa erwartet.
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