"Zukunftskongress" der Grünen: 30 Thesen für neue Politik

22.11.2009 | 15:07

Vom klimafeindlichen Schnitzel bis zu Tierrechten in der Bibel: Rund 400 Menschen haben bei einem Kongress in Wien die 30 Zukunftsthesen der Grünen diskutiert.

Die Grünen hatten sich "viel Kreatitivität und vielleicht positives Chaos-Potential" erwartet: Am Sonntag diskutieren rund Interessierte in Wien über 30 Zukunftsthesen der Grünen.


Was vom dem Zukunftskongress übrigbleiben wird, war nach ersten dem ersten Teil der Veranstaltung noch nicht wirklich klar. Die Teilnehmer diskutierten über Gott und die Welt, oder wie es ein Kritiker nannte, "ein Kuddelmuddel". Die Themenpalette reichte vom Solarium-Verbot über Garagenplätze bis zu Tierrechten und der Bibel.

Begonnen hatte die Diskussionsveranstaltung mit dem sogenannten World Cafe, bei dem wechselnde Kleingruppen auf Basis der vorgegebenen 30 Zukunftsthesen debattierten. Vielfach wichen sie aber freilich davon ab. Im altersmäßig sehr durchmischten Plenum gab es teils philosophische Ansätze, so war etwa von "Entscheidungen auf Basis des Wissens bei bewusster Ungewissheit", die Rede. Andere wiederum fragten sich, ob Solarium-Verbote oder vielleicht doch die Eigenverantwortlichkeit der richtige Weg seien.

"Die Blauen sollen deppert bleiben"

Oft hinterfragt wurde die Ausrichtung der grünen Partei. Auf den Tischen wurde immer wieder eine Rückbesinnung auf Umwelt-Themen angesprochen: "Konzentrieren wir uns auf das Klima und die Blauen sollen deppert bleiben." In vielen Gruppen wurde aber auch sehr sachlich vorgegangen. Etwa über die Probleme der Universitäten und Reformvorschläge für den Bildungsbereich.

Das Ergebnis des World Cafes waren neue, ebenfalls sehr bunt durchmischte Thesen - von der Bahn über Kunst und Staatsreform bis zu einem Schulfach Kreativität anstelle von Religion. Am Nachmittag geht es auf dem ehemaligen Floridsdorfer Industriegelände mit einer Podiumsdiskussion zur Wirtschaftskrise und drei weiteren Arbeitsgruppen weiter.

Die 30 Zukunftsthesen der Grünen - die Grünen nennen es Denkanstöße für den notwendigen Wandel - waren vorab auch im Internet diskutiert worden. Darunter finden sich Ansätze wie "Nicht Geld sondern Wissen arbeiten lassen" oder "Österreichs politisch-wirtschaftliche Machtstrukturen sind nicht zukunftsfähig". Hinter "My Home is my Kraftwerk" verbirgt sich der Ansatz einer dezentralen Energieversorgung.




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