Reibungsloser Neustart für Teilchenbeschleuniger LHC

21.11.2009 | 10:14

Nach einem Jahr Pause rasen wieder Protonenstrahlen durch die größte Maschine der Welt. Das CERN konnte sogar früher starten als geplant. Forscher mussten aus dem Bett geholt werden.

Nach monatelangen Reparaturarbeiten ist der größte Teilchenbeschleuniger der Welt wieder im Einsatz. Bereits in der Nacht wurden Protonenstrahlen auf die Reise durch den Large-Hadron-Collider (LHC) geschickt,, erklärte die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) in der Schweiz. Die Maschine konnte neun Stunden vor dem geplanten Start in Betrieb genommen werden, wodurch einige Forscher wieder aus dem Bett geholt werden mussten.


Nahe an Lichtgeschwindigkeit

Am Freitag fanden gegen 16 Uhr bereits erste Versuche statt, sagte CERN-Sprecher James Gillies. Dabei seien Protonen für den Bruchteil einer Sekunde in den 27 Kilometer langen LHC-Tunnel geschossen worden. Inzwischen zirkulieren die Teilchen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit wieder in den Vakuumröhren des Beschleunigers. Wie genau das funktioniert, zeigt eine Animation auf der CERN-Website. Erste Partikel sind bereits vor wenigen Wochen in einer Richtung durch den Beschleuniger gejagt worden.

Auf der Suche nach Higgs

Mit dem Teilchenbeschleuniger an der französisch-schweizerischen Grenze sollen wissenschaftliche Rätsel zur Entstehung des Universums und Struktur der Materie gelöst werden. Unter anderem wollen Forscher das Higgs-Boson finden. Es ist derzeit ein wesentlicher Bestandteil des Standardmodells der Physik, existiert bisher aber nur theoretisch. Das Teilchen zu finden würde zwar das Modell bestätigen. Damit würden sich aber auch weitere Fragen auftun.

Schwere Panne nach nur 48 Betriebsstunden

Der LHC wurde am 10. September 2008 nach fast achtjähriger Bauzeit und 3,9 Milliarden Euro Baukosten unter großer weltweiter Beachtung in Betrieb genommen. Die erste Panne ereignete sich bereits weniger als 48 Stunden nach Inbetriebnahme. Nach nur neun Tagen musste die Anlage wieder abgestellt werden, weil aus dem Kühlsystem Helium entwich. Auch an den Beschleunigungsmagneten entstanden Schäden. Inzwischen wurden Sicherungsvorrichtungen eingebaut, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten sollen.





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