Europa League: "Glück kann man sich erkämpfen"

06.11.2009 | 11:25

Rapid hadert mit dem mangelnden Spielglück, die Austria mit dem Schiedsrichter und der Chancenauswertung. Nur die Salzburger machen es sich nach dem vierten Sieg einfach.

"Unglaublich", so bezeichnete Salzburg Trainer Huub Stevens die Maximalausbeute seiner Mannschaft in der Europa League: vier Spiele, vier Siege. Trotz des 1:0 am Donnerstag gegen Lewski Sofia besteht für die Salzburger noch die theoretische Gefahr des Scheiterns. Nun will der Meister gegen Lazio Rom im Heimspiel in vier Wochen zumindest den nötigen Punkt erobern. "So einfach ist das. Aber wir sind noch nicht weiter, die Möglichkeit des Ausscheidens ist theoretisch noch da", so Stevens.

"Mit zwölf Punkten ist man normalerweise durch. Es wäre sehr, sehr bitter, wenn wir noch ausscheiden würden. Aber es liegt in unseren Händen, wir können es aus eigener Kraft schaffen", so Stürmer Alexander Zickler. Auch Marc Janko ist sich Sichern, dass es kein Zittern geben wird: ""Wir gehen davon aus, dass wir auch das nächste Heimspiel gegen Lazio erfolgreich gestalten werden."

Der goldene Treffer in Sofia durch Franz Schiemer in der 93. Minute war nicht der erste späte Entscheidungstreffer des ÖFB-Meisters in dieser Saison. Für Stevens ist das kein Zufall. "Glück kann man sich erkämpfen. Und das haben wir auch gegen Lewski gemacht", bilanzierte Stevens, dessen Team in der Anfangsphase zahlreiche Großchancen und damit eine frühe Vorentscheidung vergeben hatte.


Hunderttausend-Guldenschuss

Mit dem Glück haderte hingegen Rapid-Trainer Peter Pacult. Vor dem Seitenwechsel ließ Rapid einige hochkarätige Möglichkeiten aus und geriet durch einen abgefälschten "Hunderttausend-Guldenschuss" (Pacult) in Rückstand. "In vielen Situationen war das nötige Ballglück nicht da", so der 50-Jährige.

Nach dem rauschenden Fest (3:0 gegen den HSV) ist nun bei Rapid in der Europa League Katerstimmung eingezogen. Dem 1:5 in der Ferne folgte nun ein 0:3 im Happel-Stadion gegen Hapoel Tel Aviv. "Das haben wir nicht verdient. Das Ergebnis ist ernüchternd, aber entspricht nicht der Leistung des Tages", meinte Trainer Peter Pacult. "Das Positive ist die erste Hälfte, und dass uns die anderen noch Chancen gelassen haben". Denn die Hütteldorfer können noch aus eigener Kraft den Aufstieg in die Runde der letzten 32 schaffen.

Genickbruch durch Abseits-Tor

Die Chance ist theoretisch noch da. das gilt auch für die Austria. Bei den Favoritnern herrscht jedoch Ärger und Frust nach dem 0:2 gegen Bremen. "Die Leistung war in Ordnung, wir sind enttäuscht und stehen wieder mit leeren Händen da", so Trainer Karl Daxbacher. Dorn im Auge der Wiener war vor allem das Schiedsrichterteam um den Schweden Stefan Johannesson. "Ein Abseitstor zu kassieren, ist sehr bitter. Hinterfragen muss man aber die Sinnhaftigkeit der zusätzlichen Referees. Die zwei da draußen brauchen wir sicher nicht", urteilte Daxbacher. Sport-Vorstand Thomas Parits bot ebenfalls eine klare Aussage: "Das erste Tor war klar abseits. Das hat uns das Genick gebrochen."

"Wir haben Chancen gehabt. Eigentlich unglaublich, dass man in Bremen so viele Chancen haben kann. Torhüter Wiese hat Bremen im Spiel gehalten bis Borowski einen mit dem Kopf reinhaut", meinte Zlatko Junuzovic. Sein im Mittelfeld ebenfalls unermüdlich rackernder Nebenspieler Michael Liendl sah aber gerade hier noch Verbesserungsbedarf. "Auf diesem Niveau bekommt man nicht so viele Chancen. Da muss man diese nutzen, das haben wir nicht gemacht."          




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