Europa League: Zweites Debakel für Rapid

05.11.2009 | 20:51

Nach dem 1:5 in Tel Aviv verlieren die Grünweißen auch im Wiener Happelstadion. Hapoel siegt mit 3:0, Rapid bleibt nur noch eine sehr kleine Chance auf den Aufstieg.

WIEN. Die Ergebnisse gegen Hapoel Tel Aviv sprechen eine deutliche Sprache und verdeutlichen, warum Rapid in der Europa League über die Rolle eines Mitläufers nicht hinauskommen wird. Dem bitteren 1:5 in Israel folgte in Wien eine ernüchternde 0:3-Niederlage, die Aufstiegs-Fantasten wurden brutal auf den Boden der Realität geholt.


Vor dem Anpfiff erinnerte noch einiges an das erste Gruppenspiel gegen den Hamburger SV. Und auch diesmal war der Optimismus groß. „Gemma Burschen, beamt uns ins Finale" lautete die Aufforderung des harten Kerns der Rapid-Anhänger. Raumschiff Enterprise ließ grüßen. Aber die Wirklichkeit im Prater gegen den israelischen Vizemeister sah ganz anders aus. Denn Hapoel Tel Aviv zeigte sich auch vor den 48.000 Zuschauern unbeeindruckt. Und bei den Hütteldorfern hat die hohe Niederlage in Israel doch tiefe Spuren hinterlassen. Gestern ist eine tiefe Wunde dazugekommen.

Heikkinen fälscht ab - 0:1

Während gegen den HSV alles nach Wunsch lief, lernte Österreichs Rekordmeister die anderen Seiten und Gesetze des Fußballs kennen. Und wenn der erste Schuss aufs Tor auch gleich im eigenen Gehäuse landet, dann kann man von Unglück sprechen. Zumindest dann, wenn ein Schuss von einem eigenen Mann so abgefälscht wird, dass er für den Tormann nicht zu bändigen ist. Zugetragen hat sich dieses in der 13. Minute, Avihay Yadin durfte sich als Torschütze feiern lassen. Der Pechvogel, der Helge Payer keine Chance ließ, war Markus Heikkinen.

Die Hütteldorfer hätten zu diesem Zeitpunkt führen können, aber im Abschluss fehlte es an der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Das taktische Konzept mit einer Spitze und einem offensiv ausgerichteten Mittelfeld hatte gegen die Hamburger zum Erfolg geführt, aber Hapoel Tel Aviv ist eben nicht der HSV. Trainer Peter Pacult hat davor immer gewarnt, nicht erst nach dem ernüchternden 1:5 in Israel.

Hapoel im Stil einer Klassemannschaft

Immer wieder wurde die Speerspitze Nikica Jelavic gesucht, aber der Kroate war fast abgemeldet, tat sich extrem schwer. Unterstützung bekam er von Kavlak, Boskovic und Kapitän Hofmann, aber die spielerischen Mittel reichten nicht aus. Das lag auch daran, dass der nigerianische Teamtormann Enyeama, der sich trotz frischer Temperaturen kurzärmelig präsentierte, in Hochform agierte.
Hapoel Tel Aviv zeigte in Wien, dass der Heimtriumph kein Zufall war, präsentierte sich im Stile einer Klassemannschaft. Immer wieder tauchten die Israeli gefährlich vor Payers Tor auf, blitzartig trugen sie ihre giftigen Gegenangriffe vor. Rapids Abwehr konnte sich auf den Stil des Gegners nicht einstellen, die Außenverteidiger Katzer und Dober wurden wiederholt ausgetrickst, im Zentrum wackelten Soma und Patocka.

Nach der Pause, als Pacult mit Gartler und Drazan frische Offensivkräfte brachte, kam es dann sogar knüppeldick für Grünweiß. Beim nüchternen 0:2 durch Gil Vermouth (65.) patzte Katzer, beim 0:3 durch Bebars Natcho (70.) die gesamte Verteidigung. Außer einem Lattentreffer von Hamdi Salihi (89.) brachte die Schlussoffensive nichts mehr ein.

Rapid fehlen nun drei Punkte

Im Parallelspiel trennten sich der HSV und Celtic Glasgow 0:0. Die ersatzgeschwächten Hamburger blieben vor 45.037 Zuschauern erneut den Beweis schuldig, eine Spitzenmannschaft zu sein. Vor allem die Leistung in der ersten Hälfte war äußerst schwach. Rapid fehlen nun drei Punkte auf den zweiten Platz, auf dem die Hamburger liegen. In der nächsten Partie am 2. Dezember in Hamburg muss nun unbedingt zumindest ein Punkt her, um die Chance aufs Weiterkommen zu wahren. Spitzenreiter Hapoel ist mit fünf Punkten Vorsprung wohl schon außer Reichweite

>>> Die Tabelle der Gruppe C




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