1:0 in Sofia: Salzburg siegt in letzter Minute

Durch einen Kopfballtreffer von Franz Schiemer kurz vor Schluss feiert Österreichs Meister den vierten Sieg im vierten Spiel. Der Aufstieg ist für Salzburg aber noch nicht fix.

Ein Kopfballtreffer von Franz Schiemer kurz vor dem Schlusspfiff sichert Österreichs Meister bei Lewski Sofia den vierten Sieg im vierten Spiel der Europa League-Gruppenphase.

"Nur Salzburg kann sich gegen Sofia zurücklehnen", hatte es vor dem Europa League-Rückspiel des österreichischen Meisters in Bulgarien geheißen. Immerhin hatte Salzburg in den bisherigen drei Gruppenspielen ebensoviel Siege gefeiert. Doch die Mannen von Trainer Huub Stevens nahmen sich diesen Rat gegen Lewski ein wenig zu sehr zu Herzen.

Janko mit erstem Ausrufezeichen

Dabei gingen die Salzburger durchaus konzentriert in die Partie und dominierten die erste Viertelstunde deutlich: Nach einigen kleineren Chancen bot sich den Österreichern vor 9000 Zuschauern im Georgi-Asparuchow-Stadion von Sofia in der elften Minute die Riesenchance zur Führung: Eine schöne Flanke von Somen Tchoyi nahm Marc Janko volley, der Schuss ließ aber nur die Stange erzittern.

Salzburg machte aber nicht in dieser Tonart weiter, sondern lehnte sich jetzt zurück, als ob man schon 3:0 führen würde. Und prompt kamen die Bulgaren zu Chancen: Wie Hristo Yoyov in der 17. Minute den Ball aus drei Metern freistehend über das Tor von Salzburg-Goalie Eddie Gustafsson brachte, weiß wohl nicht eimal er selber. Eine Minute später hätte es der Bulgare gerne noch einaml probiert, doch dieses Mal konnte Ibrahim Sekagya gerade noch retten. Und beim dritten Yoyov-Auftritt in der 20. Minute klärte Rabiu Afolabi in extremis.

Lewski versuchte immer wieder, über die linke Seite der Salzburger Druck auszuüben, dort wo Andreas Ulmer an diesem Abend ein riesiger Unsicherheitsfaktor war. Doch Lewski brachte nichts Zwingendes zustande - außer einem Abseitstor von Darko Tasevski in der 29. Minute und einem weiteren Tasevski-Distanzschuss, bei dem sich Gusatfsson auszeichnen konnte. So stand es in einer durchaus interessanten Partie auch nach 45 Minuten 0:0.

Salzburg startete auch die die zweite Hälfte sehr engagiert, ließ es aber den Zuspielen an Präzision mangeln. Lewski überstand diese Phase unbeschadet - auch weil Torhüter Georgi Petkov einen nicht ungefährlichen Schuss aus spitzem Winkel des "Hinspiel"-Torschützen Dusan Svento (53.) parieren konnte. Die Partie verflachte nun ein wenig, Marc Janko versuchte in der 60. Minute relativ ungeschickt einen Elfer zu schinden, aber ansonsten gab es nur Mittelfeldgeplänkel zu sehen.

Salzburg ab 62. Minute in Überzahl

Das schien Petkov aber nicht sehr zu behagen: Der Lewski-Torwart verpasste in der 62. Minute bei einem unnötigen Ausflug den Ball und zwang so seinen Verteidiger Georgi Sarmov dazu, gegen Salzburgs plötzlich freien Nikola Pokrivac die Notbremse zu ziehen. Schiedsrichter Cakir aus der Türkei zückte sofort Rot, den fälligen Freistoß aus gut 20 Metern jagte Janko über das Tor.

Doch trotz der Unterzahl blieb Lewski weiter gefährlich: In der 69. Minute überlistete Lachezar Baltanov die ganze Salzburger Abwehr, indem er statt wie erwartet zu flanken, einfach abzog. Sein Versuch ging nur Zentimeter am Tor vorbei. Auch in der Folge machte Salzburg viel zu wenig aus der personellen Überlegenheit, Sofia hielt das 0:0 ohne größere Probleme und hatte sogar noch die besseren Chancen.

Der eingewechselte Alexander Zickler wurde aber noch zum Spieler der Schlussphase: Allerdings nicht mit einem Tor, sondern mit einem Ausraster, nachdem er von Youssef Rabah gefoult wurde. Seine Teamkameraden konnten ihn nur mit Mühe zurückhalten, die beiden Streithähne Zickler und Rabah sahen Gelb.

Schiemer hält Salzburg auf Kurs

Gegen Petkov traf Schiemer dann in letzter Minute nach einem langen Schwegler-Einwurf per Kopf zum vielumjubelten 1:0. Es war bereits das zweite Europa League-Tor des Abwehrspielers in dieser Sasion: Schon beim 2:1 bei Lazio hatte Schiemer getroffen.

Salzburg noch nicht durch

Salzburg hält in der Gruppe G nun bei 12 Punkten, ist aber rechnerisch noch nicht durch, da Villarreal im Parallelspiel Lazio Rom mit 4:1 besiegte. Spanier und Italiener halten jeweils bei sechs Punkten.

Das Match in Villarreal war nach 15 Minuten praktisch schon entschieden: Nilmar brachte die Spanier schon nach zwei Minuten in Führung, zwei Minuten später sah Lazio-Spieler Roberto Baronio wegen einer Notbremse die Rote Karte. Cani (13.) und Robert Pires (15.) legten gleich noch zwei Tore nach, die Römer wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Und der deutsche Schiedsrichter Knut Kircher spielte weiter die Hauptrolle, schloss Villarreals Gonzalo Rodriguez aus und verhängte einen Foulelfer gegen die Spanier, den Pasquale Foggia aber vergab. Lazio-Stürmer Mauro Zarate stellte in der 72. Minute zwar noch den Anschlusstreffer her, aus einem weiteren Elfer gelang Giuseppe Rossi aber das Tor zum 4:1.

>>> Die Tabelle der Gruppe G




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