Bewerber-Bluttests bei Autobauer Daimler illegal

20.11.2009 | 15:33

Daimler darf von Stellenbewerbern keine Bluttests verlangen, meint der deutsche Bundes-Datenschutzbeauftragte. Denn sie würden Rückschlüsse auf Medikamente zulassen.

Die Bluttests für Stellenbewerber bei Daimler und anderen Unternehmen sind nach Auffassung des Bundesdatenschutzbeauftragten illegal. "Eine generelle medizinische Untersuchung von Betriebsangehörigen oder Bewerbern halte ich für unzulässig", sagte Peter Schaar dem "Handelsblatt". Zurzeit prüft der Landesdatenschutzbeauftragte Baden-Württembergs das Vorgehen Daimlers.


Rückschluss auf Medikamente möglich

Schaar wies darauf hin, dass mit Bluttests Rückschlüsse auf genetische Dispositionen oder eingenommene Medikamente möglich seien. Zwar sind Gentests bei Einstellungsuntersuchungen seit kurzem grundsätzlich verboten, sagte Schaar. Aber auch für sonstige medizinische Untersuchungen muss es klare Vorgaben geben. So seien Bluttests bei Büroangestellten sicherlich unverhältnismäßig. Seien Tests bei bestimmten Berufsgruppen dennoch nötig, dann sollte das nicht der Betriebsarzt, sondern ein unabhängiger Mediziner übernehmen. "Der Arbeitgeber sollte nur über die Eignung des Bewerbers informiert werden, nicht aber über die Diagnose", sagte Schaar.

Daimler kündigt Verzicht an

Der Stuttgarter Autobauer hatte kürzlich angekündigt, bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern teilweise auf die umstrittenen Bluttests zu verzichten. Labortests würden zunächst nur noch erfolgen, wenn dies für den Arbeitsplatz zwingend notwendig sei. Bewerbern für kaufmännische Arbeitsplätze in der Verwaltung werde vorläufig kein Blut mehr abgenommen. Anwärter auf Jobs in der Produktion werden dagegen weiter getestet. Dies gelte so lange, bis die baden-württembergischen Datenschützer ihre Untersuchung abgeschlossen hätten. Diese prüfen den Sachverhalt noch immer und konnten auf Anfrage keine Ende der Untersuchung nennen.





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