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Cellulite: Straffprozess

22.04.2009 | 19:24 |  von Eva Djian (Die Presse - Schaufenster)

Man muss es so sagen: Cellulite ist ein typisch weibliches Schicksal. Was aber nicht bedeutet, dass man das einfach hinnehmen muss. Die Kampfsaison ist eröffnet.

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Cellulite verursacht keine Schmerzen oder sonstige körperliche Gebrechen. Cellulite ist kein medizinisches Problem, sondern man hat es zu einem ästhetischen gemacht. Erst die Endung -itis erfordert die nötige Besorgnis, handelt es sich doch um eine Entzündung des Unterhautgewebes – aber davon ist hier nicht die Rede. Vor 1970, als in Frankreich das erste Anti-Cellulite-Produkt auf den Markt kam, machte sich niemand auch nur einen Gedanken über die vergrößerten Fettzellen an Bauch, Beinen und Po. Dann setzte sich der Bikini durch, eine Marktlücke wurde gewittert und ein Problem kreiert. Ohne Cellulite können wir heute nicht mehr leben, mit ihr aber auch nicht.

Cellulite oder Orangenhaut, wie die Dellenbildung auch genannt wird, beschränkt sich im Wesentlichen auf das weichere Bindegewebe von Frauen und hat einfache biologische Gründe: die Anlegung von Vorratsdepots für Notzeiten und die Ausdehnung des Gewebes im Falle einer Schwangerschaft. Die neuesten Forschungsergebnisse gehen auch davon aus, dass starke Cellulite eine Folge von erhöhter Hormonproduktion und einem ungünstigen Stoffwechsel ist. Dadurch blähen sich die Fettzellen auf und behindern den Abfluss von Lymphe und Blut. Die Haut schwillt an und die Speicherdepots sind als Dellen sichtbar. Die besagten Beulen können also auch die Folge einer Störung des Gleichgewichts zwischen Fettaufbau und Fettabbau sein. Da kann eingegriffen werden.

Behandlungsmethoden. 6,6 Milliarden Dollar geben Frauen jährlich für mannigfaltige und stets erneuerte Anti-Cellulite-Behandlungen aus. Sei es für Endermologie, Lipomassage, Smooth Shapes, Wrap’n’Go-Folienanzüge, sei es für das neue Cellu-M6-Gerät. Von klassischer Chirurgie ist allerdings abzuraten – die Ergebnisse sind nämlich minimal. 1,1 Milliarden dieses riesigen Betrags fallen auf Spezialkosmetik wie Cremes, Gels, Massagegeräte, Peelings und dergleichen. Die wichtigste Aufgabe eines derartigen Produkts ist die Ankurbelung des Entschlackungsprozesses in der Zelle, um dadurch die Fettdepots zu reduzieren.

Aber Pflegeprodukte allein haben leider noch keine Cellulite beseitigt. Da heißt es schon etwas mehr zu investieren. Unverzichtbar: Sport und Bewegung mindestens dreimal die Woche, um den Stoffwechsel und die Durchblutung anzukurbeln, sowie eine ausgewogene Ernährung mit viel Frischem und möglichst wenig Kohlenhydraten. Zucker sollte komplett vermieden werden. Dann hat man gar nicht so schlechte Chancen, den dellenfreien Pfirsichschenkelchen etwas näherzukommen.

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