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Wellnessoase: Private Spa

15.10.2009 | 18:57 |  von Marlene Mayer (Die Presse - Schaufenster)

Schwitzen ist schön und gesund. Vor allem, wenn man für den Saunagang nicht mehr in den Keller muss. Designer machen den Wohnbereich zur Wellnessoase.

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Es gibt Dinge, die man gemeinhin im Keller verortet. Etwa die Waschküche. Bowlingbahn. Sauna. Aber: So ganz kann man das nicht stehen lassen. Zumindest wenn es um die Sauna geht. Die hat nämlich Siedlungshilfe bei Designern genommen und ist mittlerweile im Wohnbereich angekommen. Beispiele gefällig? Das österreichische Designbüro Eoos hat sich der wärmenden Kabine angenommen, die erste Sauna für den deutschen Badhersteller Duravit entworfen und damit gleich den Red Dot Design Award eingeheimst. Auch ein Saunakübel wurde heuer ausgezeichnet, der „EQO“ vom österreichischen Produktdesigner Michael Kogelnik für Silgmann. Und: Beim deutschen Designpreis, der höchsten Auszeichnung der Branche im Nachbarland, wurde immerhin bereits zum zweiten Mal in Folge eine Sauna nominiert, heuer die Ventano aus dem Hause Klafs. „Das zeigt die Aufwertung hin zu einem architektonisch künstlerischen Ereignis doch sehr deutlich“, heißt es da aus dem Tiroler Unternehmen.
Private Spa lautet das Stichwort.

Aber der Reihe nach. Jahrzehntelang prägten die traditionellen Holzlatten das Bild: Die gute alte Finnensauna beherrschte die Kellerlandschaft. Neue Materialien, in erster Linie Stein und Glas, sind ihr nun zu Leibe gerückt, neue Technologien werden eingesetzt, um den Wohlfühlfaktor zu steigern. „Die Menschen wollen heute nicht mehr in die Garage oder den Keller saunieren gehen, wo nebenbei Heizungsleitungen verlaufen oder Gerümpel herumsteht“, sagt Martin Bergmann von Eoos. Weil es um ein ganzheitliches Erlebnis geht und Themen, die mit Wellness und Entspannung zu tun haben, generell immer mehr Öffentlichkeit erfahren, gehört es „mittlerweile eben auch dazu, dass die Sauna samt Drumherum an sich gut aussieht“, so sein Kollege Gernot Bohmann. Und weiter: „Wir haben das traditionelle Bretterbodenoutfit der Sauna radikal entschlackt.“

Kompakt und mobil. Das Besondere am Eoos-Entwurf: die kompakten Außenmaße. In der kleinsten Ausführung ist „Inipi“, benannt nach den Schwitzhütten der Indianer Nordamerikas, kaum größer als eine Badewanne. Um das zu erreichen, musste allerdings der Sauna-ofen weichen. Er wurde hinter einer Holzblende versteckt, die Steuerung funktioniert über eine steinförmige Fernbedienung. Die Technologie ist nicht sichtbar, was klarerweise nicht heißt, dass sie nicht da ist: Immer neue Zutaten, etwa Duft, Musik und Licht, spielen in Sachen Saunadesign eine bestimmende Rolle. Auch die „Smart Sauna“ von Klafs funktioniert frei nach dem Motto „klein, aber fein“. Das Augenmerk wurde hier in erster Linie auf Mobilität gelegt: Angeschlossen wird sie allein über eine Steckdose. Um den Außenbereich kümmert man sich derweil bei Silgmann. „Skybox“ heißt die Außensauna, die dieser Tage auf der „Wohndesign“-Messe in der Wiener Hofburg präsentiert wird. Mittels Vollverglasung will man hier Himmel und Garten in die Sauna integrieren.
Um Trends und Innovationen rund um den Saunabau kümmert man sich auch im „InHaus2 Future Lab“. Dort beschäftigen sich das Fraunhofer Forschungs-
institut und Klafs mit dem Thema Wellness. Geplant wird ein Hotelkonzept der Zukunft. Dieses „Future Hotel“ zeichnet sich durch eine Wärmekabine aus, die als offener Raum im Raum funktioniert. Heißt: Die Sauna erscheint hier nicht mehr in Form einer abgetrennten Kabine, sondern als offener Bereich mitten im Zimmer.

Zukunftsmusik. Nicht nur in Duisburg, auch auf Bali wurde zuletzt entwickelt und geforscht. Eine Woche lang haben sich dort nämlich Architekten und Designer unter dem Schlagwort „Delta 115 Grad“ zusammengesetzt und das Thema Sauna bedacht. Auch die Wiener Architektin Elke Delugan-Meissl war vor Ort dabei und ist sicher, dass der Wunsch nach „fließenden Raumübergängen und offenen Bereichen“ immer häufiger auftreten wird. Nik Schweiger (3 deluxe biorythm) hat die Ideen, die auf der indonesischen Insel entstanden sind, bereits  umgesetzt: Er hat die für Bali typische Lamellenoptik mitten in Frankfurt eingesetzt. organische Formen bestimmen nun den Saunabereich des neuen Hotels „Roomers“.

Ein Stück „Delta 115 Grad“ dürfte spätestens 2010 auch in Wien sichtbar werden: Der Stuttgarter Ernst Ullrich Tillmann von 4a Architekten setzte dieser Tage den Spatenstich für eine neue Spa-Landschaft im Kurbad Oberlaa. Denn fest steht: Auch wenn der Trend allerorts Richtung Heimsauna geht – das Wellnessthema bleibt weiterhin fest in der Hand der Tourismusbranche. In der Schweiz plant der „Spa-Consulter“ Peter Drössel – er entwarf etwa für den Luxusliner MS Europa – einen ganzen Hotelturm mit Spa-Schwerpunkt. Allerdings: Die Sauna zieht auch hier direkt ins Zimmer ein. Und das ist dann wieder ziemlich privat.

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