Wodka als neutrale Spirituose, wunderbar geeignet, um den Gute-Laune-Pegel rasch zu heben, indem man ihn mit möglichst alles übertünchenden bunten Getränken mischt: Das, sagt Per Hermansson, hat Wodka wirklich nicht verdient.
Wodka hat nämlich sehr wohl Geschmack, die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken sind auch für Laien schmeckbar. Nur benennen können wir das Aroma von Wodka schlecht, so Hermansson. Mehr als "gut" oder "schlecht" oder "schmeckt stark nach Alkohol" ist bei ungeschulten Nasen meist nicht drin.
Der Schwede ist Sensorikexperte und unter anderem für die Qualitätsprüfung bei Absolut Vodka zuständig. In zahlreichen Workshops versucht er, ein Vokabular analog zum Wein zu etablieren. Nur ohne das Chichi, das Weinverkostungen oft begleitet und dessen sprachliche Auswüchse selbst er als geübter Sensoriker häufig geschmacklich nicht mehr nachvollziehen kann.
Hier nun eine kleine Wodka-Geschmacksschule, zum Angeben an der Bar oder einfach für höheren Genuss durch besseres Verständnis:
Grainy: charakterisiert üblicherweise Wodkas, die aus Weizen gemacht werden (es gibt ja etwa auch solche aus Erdäpfeln oder Roggen)
Bready: Beschreibt die Noten von dunklem Brot, z.B. Pumpernickel, und Röstaromen. Meist bei Wodkas aus Roggen zu bemerken.
Butterscotch: Süß, buttrig, karamellig, Anklänge an Vanille oder gar Creme brulée.
Solvent: Steht für eine schwere Süße und Nagellackentferner. Sprich: für unangenehm. Zu finden in minderwertigen Destillationserzeugnissen.
Neutral: Ohne speziellen Charakter.
Per Hermansson verwendet neutralen Wodka in seinen Workshops gern als Einstieg und Grundlage. Nach dem Motto: Es kann nur aromatischer werden!
(AB)


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