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Casa Caribeña

16.04.2009 | 19:51 |  von Rainer Nowak (Die Presse - Schaufenster)

Wie ich in einem neuen karibischen Lokal landete und dort mit Knoblauch und Rum behandelt wurde.

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Zu Beginn eine PR-Aktion in eigener Sache: Vielen Dank für die immer zahlreicher werdenden Empfehlungen, positiv aufgefallene Lokale zu testen. Und danke auch für die Anregungen, bestimmte Restaurants zu vernichten. Leider habe ich genug damit zu tun, meine ­eigenen Erfahrungen mit schlechtem Essen und Demütigungen durch unfähige Gastronomen zu verarbeiten. Ich bin weder Wolfgang Rosams VIP-Club noch Frau Mucha. Liebenswert sind auch die Bitten, ein bestimmtes ­Lokal gar nicht erst zu besuchen. Ein Reinhold G. möchte sich durch meine Anwesenheit nicht mehr den Abend verderben lassen. Diese Woche ging es jedenfalls in ein von Lesern zweifach ans Herz gelegtes Lokal: ins Casa Caribeña. Persönlich ist mir die Salsa-Mojito-Tango-Ecke suspekt. Die Fans oder Aficionados von Lateinamerikatänzen beziehungsweise -tanzpartnern sind einfach nur auf der Suche nach Sex, trauen sich das aber nicht auszuleben.

Neben diesen küchenpsychologisch schwerwiegenden Einwänden war der Besuch auch aus naheliegenderen Gründen für mich schwierig: Die karibische Küche ist ziemlich verzichtbar. Wer Bananen will, muss nicht auf warme Gerichte warten. Und wer Chili schätzt, setzt auf Thailand. Aber vielleicht überzeugt mich das kleine, vermutlich authentisch karge Lokal hinter dem Servitenviertel ja doch. Der grinsende Herr an der offenen Küchenstelle macht gute Laune, es sind Pärchen da, die bunte Drinks zu sich nehmen. Ich bestelle einmal rauf und runter, was schnell geht, und siehe da: Kochbananen und Süßkartoffeln.

(c) Die Presse (Julia Stix) Zwei Gründe, warum bei mir die Bewohner der Dominikanischen Republik, Kuba und Co. kulinarisch die Griechen des Atlantiks sind oder aber deswegen häufig auswandern. Jedenfalls bieten die Fischgeschichten die zweite positive (!) Überraschung (die erste war Nichtbeschallung mit lateinamerikanischem Klischee): Die Garnelen schmecken im Gegensatz zu den Rinds­filets, die offenbar für ein Kebap-Lokal bestimmt waren, frisch und knackig. Dass sie mit viel Fett und Knoblauch niedergemacht wurden, stört den Tierschützer in uns. Am Schluss spendiert der Chef mit dem Piratengrinsen ­einen „ganz sicher 1000 Jahre alten“ Rum, der sogar das halbe Kilo Knoblauch überdeckt. Danke für den schönen Abend, liebe Leser.

TIPP
Casa Caribeña
1090 Wien, Glasergasse 15, Tel.: 01/317 73 03, Mo–Sa, ab 17.00


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