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Geschmacksfrage: Thai Imbisse

20.05.2009 | 20:34 |  von Rainer Nowak (Die Presse - Schaufenster)

Zwei wirklich empfehlenswerte und einfache Thai-Imbisse in Wien. Der eine sehr neu, der andere sehr scharf.

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Das Beste an Berlin sind die vielen Thai-­Restaurants. Eine derartig apodiktische Aussage würde ich nie wagen, deswegen habe ich sie einfach erfunden. Dass Wien zu wenig thailändische Imbisse hat, steht fest. Dabei wäre es einfach und erfolgversprechend, statt fetten Lachs auf weichen Reis zu legen oder geschnet­zeltes Fleisch ungeklärter Herkunft in Fladenbrote zu stecken, frische Thai-Gerichte in ­einer Garküche anzubieten. Doch es gibt kleine Zeichen der Hoffnung: Auf der Gumpendorfer Straße wurde vor Kurzem ein unkomplizierter Imbiss eröffnet. Jedes Gericht wird im Thai Isaan Kitchen frisch zubereitet, was man nach der Bestellung in der offenen Küche beobachten kann. Der quirlige Herr, der die Bestellung weitergibt, ist dank des steten Zustroms junger Anrainer und Nachbarn der Panikattacke nahe. Die beiden Köchinnen lassen sich zum Glück nie aus der Ruhe bringen.

Das ist gut so. Denn wenn die beste Tom-yam-gung-Suppe der Stadt gelingt, ist alles andere irrelevant. Die Curry sind ebenso genial wie die Guai Tiao Peh, eine Nudelsuppe mit Ente, oder das knusprige Schweinefleisch. Hübsche Wiener Trendbezirkreaktionen gibt es schon: Warum die Gerichte denn in so hässliche Plastikpackungen und nicht in diese schicken Papierkartons wie in den US-Serien kommen? Genau, und warum steht die Garküche nicht neben den Autos wie in Bangkok?

(c) Julia Stix Das ist so furchtbar unauthentisch. Huch! Apropos: Das Wort „authentisch“ trifft auch auf Uangprai Gumpoldsberger zu. Die Seiltänzerin und ehemalige Betreiberin einer Garküche in Nordthailand lernte in Zypern einen österreichischen UNO-Soldaten kennen und heiratete ihn. Nun steht sie im meistbesprochenen Kellerlokal der Stadt, dem Sri Thai Imbiss. Die meist freundliche, manchmal grantige Chefin serviert hier Thai-Gerichte zum Weinen. Nicht nur vor Glück, sondern vor Schärfe.

Der gehackte Tintenfisch und das Rindfleisch – letzte Seite der Speisekarte! – sind genial. In beiden Lokalen geht es zu wie zu Hause am Herd: Da wird die Suppe schon einmal vom großen Löffel gekostet, nicht lange geseiht oder püriert. Das Beste: Der eine Imbiss ist zu Hause ums Eck, der andere ums Eck der Redaktion. Damit Sie sehen, dass ich auch Glück habe!


INFO
Thai Isaan Kitchen, Wien 6, Gumpendorfer Str. 91, Tel.: 01/595 28 00, Mo–Sa ,11 bis 22. Sri Thai Imbiss, Wien 3, Baumgasse 18, Tel.: 0676/707 92 96. Mo–Do, 11 bis 22 Uhr.

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