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Geschmacksfrage: Zattl Wirtshaus & Biergarten

17.06.2009 | 19:41 |  von Rainer Nowak (Die Presse - Schaufenster)

Ein Biergarten in einem schönen Innenhof: Nein, nicht in München. In Wien, wo manche Lokale immer wieder kommen und gehen.

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Dass wir in einer großen Zeitschleife sind
und essen, glauben Lokaltester häufig. Wok-Gemüse und Mousse au Chocolat bei Do & Co etwa haben längst gute Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Qualitäten. In Wien sind es vor allem Lokaleröffnungen, die uns das schöne Gefühl geben, alles schon erlebt zu haben. So geschehen zum Beispiel beim empfehlenswerten Café Engländer, das ein paar Jahre lang wegen eines grauenhaften italienischen Restaurants an derselben Stelle verschwunden war – und wiederkam. Oder im wunderschönen Wiener Schottenhof, wo das Café Haag erst einer Pizza-Hut-Filiale und dann einem grauslichen Griechen weichen musste, bevor es als Café im Schottenstift wiederauferstand. Und gar nicht schlecht!

Ähnliches passierte gerade einen Schani-
garten weiter: Dort konnte man in den vergangenen Jahrzehnten dem zähen Todeskampf von Wienerwald zusehen, wie die Qualität sank und die Gäste ausblieben. Nun ist ein wahres Großkampf-Wirtshaus namens Zattl eingezogen, das eigentlich wie ein reines Bierlokal aussieht (an der Stelle war einst eines). Das heißt: drinnen aufgrund der üblichen Backstein-Studenteneinrichtung nicht ganz so schön, draußen dank hübschen Innenhofwäldchens traumhaft.

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Das Bier ist gut. Pilsner Urquell, nicht zu Ottakringer-süß, sondern angenehm herb, kommt ohne Kohlensäure daher. Danke. Dahinter steckt eine kleine technische Meisterleistung. Und weil ich schon dabei bin: Die Espresso-Bar im vorderen Bereich zur Freyung hin ist auch optisch gelungen, und die Marke Splendid schmeckt halbwegs passabel, obwohl nicht original italienisch. Doch jetzt wird Herr Zattl gleich ein bisschen grimmiger schauen, als er es ohnehin schon tut: Klar, dass sich der Service erst an das neue Kiesterrain gewöhnen muss, so wie die Küche.

(c) Julia Stix Aber manche Gerichte lassen Schlimmes befürchten: Der Tafelspitz war eine Beleidigung für Wien, so hart-fasrig wie eine Spanplatte. Die Schupfnudeln wurden offenbar in die Karte genommen, damit die Gäste noch mehr trinken, so trocken, wie die Dinger waren. Das Kalbsrahmgulasch war hingegen harmlos, fast gut. Aber vielleicht sollte man sich einfach nur flüssig ernähren! Und sich erinnern, dass die Backhendeln auch nicht so gut waren, wie wir sie schon bald verklären werden.

INFO
Zattl Wirtshaus & Biergarten
Schottengasse 2, 1010 Wien, Tel.: 01/533 72 62-55, täglich 10 bis 4 Uhr


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7 Kommentare
Gast: student CL
15.07.2009 16:49
0 0

im Prozess

Das Lokal hat, trotz immer besser geschultem Personal, noch Aufholbedarf. Man merkt, dass der Wille es noch vor dem Sommer zu eröffnen zu groß war; Es gelang, doch mit allen dazugehörigen "Baustellen", wie Flatscreen als Anzeigetafel, der eingesetzt wurde, oder den Bierzapfhähnen, die zum Selberzapfen einluden, man aber dann enttäuscht wurde, dass dieser erst in zwei Wochen einsetzbar wäre. Der Keller ist eine innovative Idee, obwohl schlecht beschildert und meist nur Klogänger kurz hineinschauen. Das ständig wechselnde Licht, das das ganze Farbspektrum abzudecken vermag, schafft den Spagat zwischen Moderne und gemütlicher Kelleratmosphäre nicht und ähnelt eher einer Apré Ski Hütte. Abgesehen davon, dass man das Gefühl bekommt die Speisen oder Getränke könnten LSD beinhalten.
Verwundernswert ist die Tatsache, dass man auf der Karte kein Cola findet, dafür aber das gesamte Sortiment an Biolimonaden aufgelistet ist.
Alles in allem ein gutes Konzept, dem man noch Zeit geben muss bis alles rund läuft.

Gast: Gruber Andrea
15.07.2009 00:32
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Super Lokal

Dieser Artikel ist eine Frechheit Sondergleichen waren öfters zu Gast im Wirtshaus Zattl und die Küche ist eine der Besten von Wien mit Sage und schreibe fast 700 bis 900 Sitzplätzen das muss man sich mal vorstellen und die Küche ist Sensationel gut noch dazu also bitte Ich kann mir nicht vorstellen das SIE Hr. oder Fr.jemals dort zu Gast waren das Grenzt ja schon fast an Rufschädigung wie gesagt eine Frechheit

Antworten Gast: Gemischter Satz
10.08.2009 14:08
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Re: Super Lokal

Sehr geehrte Frau Gruber!
Tut mir leid, aber sie dürften leider absolut ohne jeden Geschmack sein!
Das Zartl ist leider eine Anhäufung von Fertiggerichten mit Packerlsaucen! Das Service ist absolut überfordert und leider nicht gelernt. Der einzige Höhepunkt ist das Pilsner Urquell.
Mit kulinarischen Grüßen

Antworten Antworten Gast: Zattl
30.09.2009 09:35
0 0

Re: Re: Super Lokal

Sehr geehrter Herr/Frau Gemischter Satz!

Erst einmal heißt es Zattl und nicht Zartl. Weiters lade ich Sie recht herzlich ein, sich davon zu überzeugen, dass wir weder Packerlsaucen noch Fertiggerichte verwenden. Sie können gerne über unsere Homepage mit mir Kontakt aufnehmen, und sich vor Ort in einer persönlichen Küchenführung durch mich überzeugen.

mfg

Michael Zattl

Antworten Antworten Antworten Gast: popper
06.10.2009 10:17
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Re: Re: Re: super lokal weit davon entfernt

leider muß ich dem beipflichtigen, die gerichte schmecken sehr nach konservierungsmittek. es ist auch nicht möglich ein backhenderl ohne haut zu bekommen, daß beduetet für mich das all diese speisen bereits fertigzubereitet sind und von frisch überhaupt nicht die rede sein kann. der filetspiess vom schwein wird fast roh und eiskalt mit harten pommes serviert, wie kann man so eine küche loben, da muß man ja ohne geschmack sein. schade um das lokal, werde nie wieder dort hingehen einmal und nie wieder. das personal war sehr bemüht und man hatte den eindruck, sie schämen sich für die speisen die sie servieren müßen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Zattl
08.10.2009 20:50
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Re: Re: Re: Re: super lokal weit davon entfernt

Sehr geehrter Herr/ Frau Popper

Sorry, habe gerade meine Speisekarten gesichtet. Wir hatten im ganzan September keinen Filetspiess, vielleicht könnten Sie mir mitteilen wann ihnen das passiert ist.

nochmal mfg

Michael Zattl (nicht anonym)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Zattl
08.10.2009 20:42
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Re: Re: Re: Re: super lokal weit davon entfernt

Sehr geehrter Herr/ Frau Popper

Sollte dies so gewesen sein, hätte ich mir gerne eine Reklamation vor Ort gewünscht, um persönlich darauf reagieren zu können.
Anonyme Stellungnahmen klingen eher nach verärgertem Mitbewerber.
Trotzdem würde ich auch Sie gerne persönlich zu einer Küchenführung einladen.

mfg

Michael Zattl