Das Leitmotiv des argentinisch-österreichischen Malers Helmut Ditsch: der patagonische Gletscher Perito Moreno Gletscher. Die Devise von Bruder Herbert: österreichisches Weinwissen auf argentinische Weine anwenden. Gemeinsam erzeugen sie die Ditsch-Weine. Herbert kontrolliert regelmäßig die Reben im elterlichen Weingut vor der Familien-finca in Monte Caseros bei Mendoza – wo er und Helmut aufgewachsen sind, wo sie viele Jahre ihre Urlaube verbracht haben. Er erzählt: „2001 wollte ich eigenen Wein machen und ging mit Helmut die Partnerschaft ein. Wir kauften ein zusätzliches Malbec-Weingut in der Primera Zona von Mendoza. Ich übernahm die Verwaltung und ließ mich von Geologen, Agraringenieuren und Önologen beraten.“
Neu für den Gaumen. Die Weinzone von Mendoza wird in die Primera Zona östlich und die Segunda Zona westlich vom Rio Mendoza geteilt. „Die Traditionalisten sagen, die Weine westlich vom Rio Mendoza sind die besten, und östlich kann man keine Weine machen“, zitiert Herbert Kollegen. Seine Weinberge liegen in beiden Zonen. In der Wüste wachsen die Bonardo-Trauben, in den Anden die Malbec-Trauben. Die Ditsch-Weine werden – jeweils mit Partnern – in zwei Kellereien der Gegend verarbeitet. In Lujan keltern weitere prominente Nachbarn – Swarovskis haben sich vor Kurzem ein Norton-Gut gekauft. Auch Madonna soll hier ins gustatorische Geschäft eingestiegen sein. „Der Norton ist der argentinische Klassiker der Gegend“, so Herbert. „Aber was wir machen, ist neu. Neu für den Gaumen, der die französische Schule gewöhnt ist.“
Helmut Ditsch ergänzt, der Wein trage seine Handschrift, sei fruchtig, sehr intensiv, komplex strukturiert und sehr elegant. „Unser Wein kann all das, was österreichische Weine nicht können – der große Unterschied liegt nicht nur in der idealeren Bodenbeschaffenheit in Mendoza, sondern vor allem in den langen Lichtphasen der Sonne unserer Region. Die argentinische Traube ist eine Hochleistungstraube, sie hat länger Zeit zu reifen, das heißt, die Pflanze kann viel mehr von ihrem Potenzial in die Frucht zaubern.“ Dazu käme das europäische Wissen, denn die argentinischen Önologen Hector und Pablo Durigutti haben die italienische und die französische Schule absolviert.
Und die österreichischen Gene – „unsere burgenländischen und niederösterreichischen Großeltern sind im 1920er-Jahr nach Argentinien ausgewandert, wir haben die Reblaus quasi im Blut“, sagt Helmut Ditsch. „Das Weinkonzept ist auf ein Jahrzehnt festgelegt, denn diese Weine brauchen ihre Zeit. Die Helmut-Ditsch-Weine erscheinen in einer exklusiven und limitierten Edition“, so der Weinliebhaber. „Maximal 1000 handnummerierte Flaschen Gran Reserva pro Wein, fünf bis sieben verschiedene Weine pro Jahr. Kein einziger Wein wird wiederholt.“
Brüder Ditsch: Reblaus im Blut
22.10.2009 | 19:12 | von Andrea Köhler-Ludescher (Die Presse - Schaufenster)
Zwei AustroArgentinier nützen südliche Sonne und heimisches Wissen.


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