Miss Platnum. „Tief im Herzen schwingt eine Sehnsucht, die nur mit unheimlich viel Pflaumenschnaps zu ertragen ist. Schmeißt die Gläser an die Wand! Das Leben ist ein Hund und wunderschön.“ Wer so einen Begrüßungssatz auf seiner Homepage hat, muss vom Balkan kommen. Miss Platnum, die mit zivilem Namen Ruth Maria Renner heißt, stammt aus Rumänien. 1989 flüchtete sie nach Berlin. Und glaubt man der „Zeit“, dann konnte Berlin gar nichts Besseres passieren – schreibt die doch, dass Miss Platnum „mit ihrem Balkansoul den Klang der Stadt definiert“. Eigentlich wollte Ruth Maria ja eine klassische Soulsängerin werden, klar, als alter Chaka-Khan-Fan. Aber ihr Debüt in diesem Musikgenre floppte – nicht zuletzt wegen des Timings. Amy Winehouse und Gefolge hatten damals schon jeglichen Neo-Soulhunger gestillt. Da besann sich Miss Platnum ihrer Wurzeln auf der Wetterstation in Siebenbürgen, holte sich eine Gypsy-Band und mischte Polkaklang mit Hip-Hop-Beats: „Balkanpop ist der Soul Europas“, hat sie eingesehen. Außerdem machte sie ein spaßiges Video mit Peter Fox. In seinem Windschatten kommt auch sie jetzt groß raus. Darauf eine Zwetschke. Eine flüssige.
Live: 24. 11., Salzburg Rockhouse. www.missplatnum.com


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