Die Chancen, dass sich Sängerinnen aus Triphop-Formationen auch solo durchsetzen, scheinen nicht optimal. Man denke an die großartige Shara Nelson (Massive Attack), die solo gewaltig abstürzte. Einzig Beth Gibbons, Grande Dame von Portishead, schaffte ein superbes Soloalbum, das sich auch gut verkaufte. Skye Edwards, neun Jahre lang Stimme von Morcheeba, versuchte es nach der nicht ganz freiwilligen Trennung mit einem stimmig-poppigen Sound. Ihr Album „Mind How You Go“ war ein Radioerfolg in Europa. Dann ließ die dunkle Schönheit mit einer gelungenen Zusammenarbeit mit Nouvelle Vague aufhorchen. Edwards sang auf höchst betörende Weise Blondies „Call Me“ und Duran Durans „A View to a Kill“. Nun hat die 35-Jährige ihren zweiten Wurf „Keeping Secrets“ am Start, der bedeutend dünkler tönt. Betreut wurde sie von Grace-Jones-Produzent Ivor Guest, was zur Folge hat, dass mehr Drama im Spiel ist. Gerade rechtzeitig, schließlich bringt Edwards Vorbild, die Pop-Drama-Queen Shirley Bassey, dieser Tage ebenfalls wieder eine CD heraus. Und falls es mit der Musik doch nicht klappt, so versteht Skye auch Nadel und Zwirn avantgardistisch zu führen: Sie ist Absolventin des London College of Fashion.
Live: Porgy & Bess, 6. 11., www.porgy.at
Vorstellung: Skye Edwards
05.11.2009 | 16:57 | von Samir H. Köck (Die Presse - Schaufenster)
Sich selbstständig machen muss nicht immer heißen, einsam und erfolglos zu sein – das zeigt die Stimme von "Morcheeba".


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