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Aggressive Anwesenheit

22.04.2009 | 19:04 |  von annemarie (Die Presse - Schaufenster)

Ich habe den ultimativen Karrieretrick gefunden! Das heißt, eigentlich hab ich ihn von den Kollegen Mayer und Huber abgeschaut.

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Ich habe von ihnen gelernt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Anders ausgedrückt: Nicht ausgerechnet dann in Grado Sand zu spielen, wenn zu Hause Könige gemacht werden! Und weil man nie weiß, wann das sein wird, fährt man am besten überhaupt nicht weg. Mayer und Huber haben es damit zu Abteilungsleitern gebracht.

Ich mache das jetzt auch! Nur ein wenig moderner. Ich werde nicht immer da, dafür aber virtuell ständig präsent sein! Tag und Nacht! Um mein ­außergewöhnliches Engagement für die Firma zu beweisen. Das mache ich, indem ich Chef-E-Mails grundsätzlich erst ab 22 Uhr beantworte. Und indem ich zwar auf Urlaub fahre, aber an jedem einzelnen Tag meine E-Mails checke. Auf diese Weise entgeht mir nichts. Nicht einmal das kleinste nervige Bürowitzchen-Rundmail. Selbstverständlich schreibe ich immer zurück! Interessante Tagesordnungspunkte fürs nächste Boardmeeting, Ergänzungen zu den Sitzungsprotokollen, intelligente Gedanken für die Vorstandspräsentation. Immer an alle möglichen Kollegen und in CC an den Chef. Außerdem bin ich selbstverständlich telefonisch IMMER erreichbar! Bald kann ich es mit Huber und Mayer aufnehmen! Nur einmal, als uns dieser Riesenkunde abgesprungen ist, haben die beiden durch aggressive Abwesenheit geglänzt. Nur ich bin rangegangen.

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