Ich schlafe wenig. Wenn ich schlafe, träume ich schlecht. Von schreienden Babys oder engen Röhren, durch die ich mich durchquetschen muss. Und wenn ich endlich aufwache, bin ich lustlos und grantig. Wenn man zu mir freundlich „Guten Morgen, Annemarie!“ sagt, kläffe ich denjenigen entweder wütend an („Is’ was??“) oder breche in Tränen aus („Uuuh, du bist so lieb zu mir!“).
Ich denke dauernd ans Essen. Und backe Kuchen. Mein Gefrierschrank ist schon bis oben hin voll mit Schokomuffins, Amaretto-Espresso-Muffins, Topfen-Kirsch-Rum-Muffins, Apfel-Zimt-Rosinen-Muffins. Und wenn ich nicht bald damit aufhöre, werden meine Freundinnen die Rettung rufen. Die paar wenigen, die mir noch geblieben sind. Weil sie sich von meinem Putzfimmel nicht abschrecken ließen.
Gabi habe ich neulich rausgeschmissen, weil sie sich wie immer bei mir eine Zigarette angezündet hat. Wo ich doch gerade alle Kissenbezüge und Vorhänge gewaschen habe. Eine Zigarette, und alles stinkt wieder nach Aschenbecher! Evi habe ich eine Gardinenpredigt gehalten, weil sie mit ihren Schoko-Birne-Zimt-Muffins-Fingern meine frisch polierte Küchenkastloberfläche berührt hat. Jetzt sind überall Fingerabdrücke! Soll ich vielleicht alles noch einmal putzen? Es ist nämlich so: Ich leide ganz fürchterlich unter PMS! Ich habe nur einen Trost: Es dauert nur mehr zwei Tage. Und dann ist es vorbei – das Prä-Muttertags-Syndrom!
PMS
07.05.2009 | 17:34 | von annemarie (Die Presse - Schaufenster)
Mir ist schon seit Tagen so komisch. Mich plagen Selbstzweifel und Panikgefühle.


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