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Die Ich-Pleite: Sommerrückblick - Mode

03.09.2009 | 17:59 |   (Die Presse - Schaufenster)

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Diesen Sommer entdeckte ich die völkerverbindende Kraft von Mode. In einem nahegelegenen städtischen Grünbereich. Normalerweise herrscht dort strikte Ethnien­trennung. Auf den nördlichen Parkbänken schmusen nur türkisch-stämmige Jugendliche, auf den südlichen nur einheimische. Am Westende debattieren die einen Männer über Allah und die Welt, am Ostende kicken sich die anderen ihren Bürofrust aus dem Leib. Dazwischen gibt’s zwei Kinderspielplätze, auch schön getrennt. Die gegenseitige Neugierde hält sich in Grenzen. Vielleicht, dass die Mütter manchmal die Kulturgrenzen überwinden und miteinander über Kinderkrankheiten reden. Oder über Hunde(-scheiße). Aber sicher nicht über Mode.

Ehrlich gesagt dachte ich, da gäbe es keine Gemeinsamkeiten. Aber das ist nichts weiter als westlich-chauvinistischer Kulturimperialismus! Ich habe zwar noch nie eine Türkin gefragt, wo sie zum Beispiel ihre ostanatolische Tracht gekauft hat. Aber ein uraltes türkisches Mütterlein hat mich gefragt, wo ich meine tolle Yamamoto-Hose herhabe! Letzten Sonntag im Park. Sie rief mir etwas nach, als ich sie auf dem Fahrrad überholte. Ich stoppte und drehte mich um. Es klang wie: „Schöne Hose!“ Und wirklich: Sie deutete auf mein 400-Euro-Designerschnäppchen und wiederholte strahlend: „Schöne Hose!“ Dann zeigte sie stolz auf sich selbst. Sie trug dieselbe Hose! „Ich kaufen Markt! Erzurum! Türkiye!“ Ihr Goldzahn blinkte: „Du auch?“!

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