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Die Ich-Pleite: Kochen ist der neue Sex

23.09.2009 | 19:11 |  von annemarie (Die Presse - Schaufenster)

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Kochen hat gegenüber der gelebten Sexualität unschätzbare Vorteile. Man braucht dafür keine glückliche Kindheit, keine jahrelange Paartherapie und kein Tantraseminar. Es reichen eine gut eingerichtete Küche und ein paar anständige Kochbücher – beides ist noch leichter zu besorgen als Viagra. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Generation SUV Kondome mit Kasserolle getauscht und vom Schlafzimmer in die Küche übersiedelt ist. Diese Tendenz steigt übrigens mit dem Alter. Denn das Einkommen wächst, die Potenz nicht. Als Mann ist man damit viel besser dran. Denn man kann den fleischlichen Lüsten frönen, erspart sich aber die leidige „Frage danach“. Oder sie ist wenigstens nicht so peinlich. „Wie war das Steak?“, klingt wesentlich würdevoller als „Wie war ich?“ Und wir Frauen haben es auch leichter. Denn wir brauchen nie mehr einen Orgasmus vorzutäuschen.

Und ein schönes Boeuf Stroganoff mit Chili und glacierten Pflaumen ist bestimmt auch ein Höhepunkt. Ganz zu schweigen vom halbflüssigen Schokokoch zum Nachtisch. Wir essen ihn eh lieber auf dem Teller als à la „Neuneinhalb Wochen“. Kochen und Sexualität haben aber auch etwas gemeinsam: Angeberei wirkt abturnend. Also bitte kein Herumgefummel mit Weinthermometer, Drop-Stopper, Dekantierausgießer oder Karaffentrockner! Und keine stundenlangen Diskussionen, ob der Wein stoppelt oder moussiert oder was. Wir wollen genießen und der Kavalier soll schweigen.

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