Die größte Sorge der Wirtschaft in der gegenwärtigen Krise ist ja, dass der Konsument plötzlich beginnt, logisch zu denken. Dass er eins und eins zusammenzählt. Dass er sich die sinkenden Auftragsbücher in seinem Betrieb anschaut und daraus schließt, er könnte der Nächste sein, der dem Quartals-Forecast zum Opfer fällt. Also kauft er sich lieber nicht das neue superdünne, superleichte Notebook, das er überallhin mitnehmen kann. Weil Jobgesuche schreiben kann er auf dem AMS-Computer auch. Aber so schlimm ist es glücklicherweise nicht. Die meisten Menschen stecken ja den Kopf in den Sand. Gekündigt werden immer die anderen. Trotzdem – in den tiefsten Abgründen unserer Seele dürfte
sich doch ein Zweifel festgesetzt haben.
Eine Stimme, die uns zuflüstert, dass es doch eigentlich um die Wurst geht. Dass es Zeit wird, Prioritäten zu setzen im Leben. Worauf kann ich keinesfalls verzichten? Was ist wirklich wichtig? Und was weniger? Die letzten Verkaufszahlen können das nun eindeutig beantworten: Putzmittel und Kosmetik sind uns weniger wichtig. Als zum Beispiel Bier, Leberwurst oder Schweinskoteletts. Oder irgendein anderes Nahrungsmittel. Wenn er im Supermarkt
steht, entscheidet der Mensch aus dem Bauch heraus. Und dann ist einem alles, woran man in guten Zeiten geglaubt hat (Wäsche – „reiner als rein“, Falten – „in zwei Wochen um 78 Prozent reduziert“), total Blunzn.
Die Ich-Pleite: Zuerst kommt das Fressen, dann Coral
08.10.2009 | 19:13 | von annemarie (Die Presse - Schaufenster)


Yigg
Webnews
Mr. Wong
Delicious
Facebook
Scoop
Google
Burgtheater-Porträts: Wie Künstler Mimen sehen
Alles gleich schwer: Kunst à la Lang
Die Mode der Stars: Wer trägt was?
Testimonials: Stars in der Werbung