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Buttertag

06.05.2009 | 18:48 |  von Florian Asamer (Die Presse - Schaufenster)

Der Muttertag ist kolumnentechnisch an Heikelkeit kaum zu überbieten.

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Dazu und zum Wesen der Mutter an und für sich ist nämlich alles, was irgendwie lustig und wahr sein könnte (das liegt oft recht nah beieinander), nicht nur ein Mal gesagt worden. Überhaupt, seit Helge Schneider „Hast du eine Mutter, hast du immer Butter“ gesungen hat.

Diese kluge Feststellung ist dennoch umstritten. Dort, wo noch die traditionelle Rollenaufteilung gilt, wird vom Haushaltsvorstand mit hochgezogener Augenbraue gefragt: „Na, wer bringt denn das Geld nach Hause, von dem die Mutter Butter kauft?“ Und der Ganze-Männer-machen-halbe-halbe-Durchschnittsvati, der gar so stolz darauf ist, dass er nicht nur gelegentlich den Müll rausbringt, sondern durchaus auch einmal unerschrocken beim bevorzugten Nahversorger Berge an Grundnahrungsmitteln für die hungrige Familie heranschafft, wird in Bezug auf die Butterbevorratung bestimmt auf ein geschlechtsneut­rales „Eltern“ bestehen.

Dann gibt es da natürlich noch den bislang nicht entschiedenen Streit in der Muttertagsexegese: Ist auch der Ehemann angesprochen? Soll also der Mann seiner Frau am Muttertag das Frühstück ans Bett bringen oder bleibt das den gemeinsamen Kindern vorbehalten? Vom sexualtherapeutischen Standpunkt ist jedenfalls dringend davon abzuraten, Ehemann- und Vaterrolle zu vermischen. Diese Kombination endet hundertprozentig damit, dass er zu ihr irgendwann einmal Mutti sagt. Deshalb: Die Kinder sollen (wo das nötig ist, mit Papas Unterstützung) basteln, Gedichte aufsagen und Kaffee kochen, was das Zeug hält, und der Ehemann kümmert sich derweil um seine Mutter. Dann ist wirklich alles in Butter. So, nun ist tatsächlich alles zum Thema Muttertag gesagt worden. Aber wirklich.

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