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Teilzeit: SPÖ-Frauen wollen Info-Pflicht in Unternehmen

10.07.2012 | 11:23 |  (DiePresse.com)

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zog über die Frühjahrskampagne zum Thema Teilzeit-Arbeit Bilanz.

Die SPÖ-Frauen haben am Montag Bilanz gezogen über ihre Teilzeit-Kampagne. Eine politische Konsequenz, die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek daraus zieht ist die Forderung nach besserer Information in den Betrieben. So sollen Firmen ihre Mitarbeiter vor einer externen Ausschreibung bereits innerbetrieblich über offene Vollzeitstellen informieren. Umgesetzt werden könnte dies nach Vorstellung Heinisch-Hoseks im neuen Arbeitszeitgesetz noch in diesem Jahr.

Die SPÖ-Frauen haben von Februar bis Juli dieses Jahres österreichweit mit Straßenaktionen, Hausbesuchen und Info-Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam gemacht. Der Kampagnen-Titel lautete "Achtung Teilzeit: Halber Lohn. Weniger Pension". Heinisch-Hosek meinte: "Teilzeit ist für viele Frauen eine Notlösung." Laut einer Umfrage wollen nur zehn Prozent tatsächlich in Teilzeit arbeiten, ein Drittel sieht sich dazu gezwungen, da sich Familie und Beruf nicht vereinbaren lassen. "Wir wollen die Teilzeit nicht schlecht reden, aber sie kann unerwünschte Nebenwirkungen und Risken in sich bergen", so die SPÖ-Frauen-Vorsitzende. 70 Prozent der Befragten sind sich demnach nicht über die Auswirkung einer Teilzeitbeschäftigung auf ihre Pension bewusst.

"Teilzeit darf keine Sackgasse sein"

"Teilzeit kann eine gute Lösung sein", dies allerdings nur für eine Lebensphase, erklärte auch die Wiener SPÖ-Frauen-Chefin und Vizebürgermeisterin Renate Brauner. "Teilzeit darf keine Sackgasse sein", Betroffene sollen die Möglichkeit haben, aus dieser auch wieder raus zu kommen.

Als politisches Fazit für den Bund verweist Heinisch-Hosek daher einmal mehr auf ihr Modell zur Reform der Familienförderung. Dieses sieht eine höhere Familienleistung sowie die Abschaffung steuerlicher Frei- und Absetzbeträge vor. Gefordert wird auch ein Ausbau der Kinderbetreuung mit unter anderem ganztägigen Öffnungszeiten und weniger Schließtagen.

Die Ministerin appelliert auch an die Verantwortung der Wirtschaft. Sie fordert zum einen, dass über freie Vollzeitstellen im Betrieb informiert wird. Macht eine Mitarbeiterin - und in der Überzahl sind es Frauen - in Teilzeit permanent Mehrstunden, sollen Unternehmen künftig verpflichtet sein, über die Möglichkeit einer Aufstockung zu informieren. Beide Maßnahmen könnten im Arbeitszeitgesetz verankert werden. Heinisch-Hosek sei hierzu bereits "laufend" im Gespräch mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Umgesetzt werden sollte die Novelle noch in diesem Jahr: "Das wäre das Ziel."

Laut Statistik Austria war die Teilzeitarbeit auch 2011 typisch weiblich: 44 Prozent der Frauen arbeiteten im Jahresdurchschnitt Teilzeit (2010: 43,8 Prozent). Der Anteil der erwerbstätigen Männer, die eine Teilzeitbeschäftigung ausüben, liegt bei 8,9 Prozent. Absolut betrachtet arbeiteten 2011 199.400 Männer und 843.300 Frauen in Teilzeit.


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